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Chinesischer Ausrüster : Großbritannien schließt Huawei von 5G-Ausbau aus

  • Aktualisiert am

Großbritannien verzichtet für den Aufbau eines neuen Telekommunikationsnetzes auf den chinesischen Ausrüster Huawei. Bild: Paul Hackett

Auch in vielen anderen Ländern stößt ein Engagement des Netzwerkausrüsters auf Bedenken. Die Sorge: Ließe man das chinesische Unternehmen zu, könne dies ein Einfallstor für Sabotage sein.

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          Großbritannien schließt den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei vom weiteren Aufbau seines 5G-Mobilfunknetzes aus. Von Ende dieses Jahres an dürften Mobilfunkanbieter keine 5G-Ausrüstung mehr von Huawei kaufen, sagte der britische Digitalminister Oliver Dowden am Dienstag vor dem Parlament in London. Zudem sollen alle schon bestehenden Komponenten des chinesischen Herstellers bis zum Jahr 2027 aus dem Netz entfernt werden.

          Dowden äußerte sich nach Beratungen der britischen Regierung mit dem Nationalen Sicherheitsrat unter dem Vorsitz von Premierminister Boris Johnson. Huawei ist einer der größten Telekommunikationsausrüster der Welt und führend bei der 5G-Technologie. In zahlreichen Ländern, darunter auch Deutschland, gibt es aber Sorgen, dass Huawei-Technik ein Einfallstor für chinesische Spionage oder Sabotage sein könnte.

          Amerika sieht zu große Nähe zwischen Peking und Huawei

          Die Vereinigten Staaten haben Huawei deshalb Ende Juni vom Aufbau ihrer 5G-Mobilfunknetze ausgeschlossen und üben Druck auf europäische Staaten aus, dies ebenfalls zu tun. Washington droht andernfalls damit, den Austausch von Geheimdienstinformationen mit den Partnerstaaten zu begrenzen.

          Die amerikanische Regierung wirft Huawei eine zu große Nähe zu den chinesischen Behörden vor. Schon im Mai hatte die Regierung entschieden, dass keine Halbleitertechnologie mehr an Huawei geliefert werden darf, sofern diese auf Software oder Produkten aus den Vereinigten Staaten beruht.

          Noch früher war Australien, das Huawei schon 2018 Australien davon ausschloss, Ausrüstung für den Bau des 5G-Netzes zu liefern. Ursprünglich sollte Huawei auch ein Tiefseekabel zu den Salomonen sowie Papua-Neuguinea für schnelles Internet verlegen. Letztlich entschied Australien jedoch, dies selbst zu übernehmen. Zur gleichen Zeit verbot Neuseeland dem Provider Spark, 5G-Technik von Huawei zu nutzen.

          Im Juni folgten zwei der größten kanadischen Telekomfirmen, die beim 5G-Aufbau mit Ericsson und Nokia statt mit Huawei zusammenzuarbeiten. Die Europäische Union hat im Januar erklärt, Länder könnten entweder Hochrisiko-Lieferanten vom Bau der Kernnetze ausschließen oder ihren Einsatz einschränken.

          Dieser Schritt zielt ebenfalls auf Huawei ab. In Deutschland hat die Regierung noch nicht entschieden, wie sie mit Huawei verfährt. Während Frankreich auf ein Komplettverbot verzichten will, erwägt Italien einen Ausschluss von der Vergabe. Singapur hat sich für Ericsson und Nokia entschieden.

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