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Werbung im Internet : Google verschiebt Cookie-Blockade

  • Aktualisiert am

Chrome-Browser von Google wird weltweit von über 50 Prozent der Internetnutzer verwendet. Bild: AP

Sogenannte Cookies erlauben es Unternehmen, den Nutzern im Internet personalisierte Werbung auszuspielen. Datenschützer fordern ihre Abschaffung. Google lässt Webseiten und der Werbebranche nun mehr Zeit für den Wandel.

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          Google wird der werbetreibenden Industrie und Webpublishern deutlich mehr Zeit einräumen, um die derzeit praktizierte Personalisierung der Werbung durch datenschutzfreundlichere Verfahren zu ersetzen. Das kündigte Vinay Goel, Google Privacy Engineering Director, am Donnerstag in einem Blogeintrag an. Dabei geht es um die Auslistung sogenannter Cookies von Drittanbietern wie Datenhändlern oder Werbefirmen, mit denen die Aktivitäten der Anwenderinnen und Anwender auf verschiedenen Webseiten nachverfolgt werden können.

          Der aktualisierte Zeitplan für die sogenannte Privacy Sandbox sieht nun zwei Stufen vor. Bis Ende 2022 will Google eine öffentliche Diskussions- und Entwicklungsphase für eine Cookie-Alternative abschließen. Ziel sei die Entwicklung von Web-Technologien, die sowohl die Privatsphäre schützten als auch Unternehmen sowie Entwicklerinnen und Entwicklern Werkzeuge an die Hand gäben, um florierende digitale Unternehmen aufzubauen und das Web für alle offen und zugänglich zu halten. In der ersten Stufe hätten Publisher und die Werbebranche auch den zeitlichen Spielraum, um ihre Dienste umzustellen.

          Stufe zwei des Zeitplans startet dann Mitte 2023. Der Chrome-Browser werde dann die Unterstützung für Drittanbieter-Cookies über einen mehrmonatigen Zeitraum hinweg bis Ende 2023 auslaufen lassen.

          Google folgt mit dieser Produktgestaltung der Konkurrenz: Unter anderem bei Apple und im Web-Browser Firefox werden Cookies von Drittanbietern schon seit einiger Zeit standardmäßig blockiert.

          Mit der Verschiebung der Cookie-Blockade reagiert Google auf die Kritik einiger Konkurrenten bei digitaler Werbung. Sie argumentierten, dass Google unter anderem als Entwickler des Chrome-Browsers und des Smartphone-Systems Android auch andere Wege habe, an Informationen über das Verhalten von Nutzern zu kommen. Der neue Zeitplan berücksichtigt nun auch Zusagen, die Google gegenüber der britischen Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) gemacht hat.

          Cookies sind kleine Datensätze, die Webseiten hinterlegen, um die Nutzer identifizierbar zu machen. Mit ihrer Hilfe können individuelle Profile erstellt werden, die weitreichende Rückschlüsse über Surfverhalten, Vorlieben und Lebensgewohnheiten zulassen. Dieses Wissen wird dann etwa für personalisierte Werbung herangezogen.

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