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Streit um Java : Google siegt über Oracle

Das Google-Logo an einem Bürogebäude in New York Bild: Reuters

Der Rechtsstreit ging um 9 Milliarden Dollar und durch zig Instanzen: Am Ende einer jahrelangen juristischen Fehde zwischen Google und Oracle schlagen sich die Richter auf die Seite des Internetkonzerns.

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          In einem langjährigen und in der Technologie-Industrie mit großer Spannung verfolgten Urheberrechtsstreit hat der Internetkonzern Google vor dem Obersten Gerichtshof in Washington einen Sieg über den Softwarespezialisten Oracle errungen: Mit sechs zu zwei Stimmen schlugen sich die Richter auf die Seite von Google und entschieden, das Unternehmen habe nicht gegen Urheberrechtsgesetze verstoßen. Der Auseinandersetzung wurde in der Branche Bedeutung zugemessen. Beobachter meinten, er könnte erheblichen Einfluss auf die Art und Weise haben, wie Software entsteht.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Sowohl Google als auch Oracle hatten gewarnt, im Falle einer Niederlage sei die Innovationsfähigkeit der Technologie-Industrie bedroht. Konkret drehte sich das juristische Gefecht um Oracles Programmiersprache Java und Googles Handy-Betriebssystem Android. Oracle warf Google vor, bei der Entwicklung von Android unzulässigerweise Elemente von Java verwendet und damit Urheberrechte verletzt zu haben. Es handelt sich dabei um sogenannte Schnittstellen, die es verschiedenen Programmen erlauben, miteinander zu kommunizieren. Sie erleichtern Softwareentwicklern, die an Java gewöhnt sind, die Arbeit an Anwendungen für Android.

          Kern des Disputs waren 11.300 Programmzeilen und damit ein sehr kleiner Teil der Android-Software, die aus mehr als zehn Millionen solcher Zeilen besteht.

          IBM und Microsoft schlugen sich auf Googles Seite

          Java wurde ursprünglich vom Computerkonzern Sun Microsystems entwickelt, der die Nutzung der Software durch Google sogar begrüßte. Die Ausgangslage änderte sich aber, als Sun Anfang 2010 von Oracle gekauft wurde. Noch im gleichen Jahr reichte Oracle eine Schadenersatzklage gegen Google ein und forderte fast neun Milliarden Dollar. In dem Rechtsstreit ging es jahrelang hin und her, mit Siegen und Niederlagen für beide Seiten. Google rief schließlich den Obersten Gerichtshof an. Beide Unternehmen bekamen in dem Fall prominente Unterstützung. Beispielsweise schlugen sich die Technologiekonzerne IBM und Microsoft auf Googles Seite, Oracle bekam Beistand aus einer Reihe von Branchen, in der Urheberrechte eine große Rolle spielen, darunter Verbände aus der Musik- und Zeitungsindustrie.

          Im vergangenen Oktober fand die Anhörung des Falles vor den Richtern statt. Zu diesem Zeitpunkt bestand der Gerichtshof nur aus acht statt der üblichen neun Richter. Die neueste Oberste Richterin Amy Coney Barrett war damals noch nicht in ihrem Amt bestätigt.

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