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Google-Plus-Kommentar : Ein nachvollziehbares Ende

Google Plus-Logo Bild: Reuters

Das Aus von Google Plus dürfte niemanden überraschen, denn das soziale Netzwerk siecht schon lange dahin. Ein Problem ist eher der Umgang mit der Datenlücke.

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          Lebewohl, Google Plus. Nun wird jener Dienst des Suchmaschinenbetreibers auch offiziell eingestellt, der sein Dasein eigentlich schon seit Jahren mehr scheintot als lebendig fristete. Es war Googles Versuch, das Quasi-Monopol des ebenfalls im Silicon Valley beheimateten Tech-Konzerns Facebooks im Bereich der klassischen sozialen Netzwerke zu brechen.

          Man könnte argumentieren, dass er eigentlich vornherein zum Scheitern verurteilt war: Nutzer gehen zur Kommunikation mit ihren Freunden dahin, wo ihre Freunde sind. Deshalb zementiert jeder Nutzer, der sich für Facebook entscheidet, dessen Stellung ein Stück weiter – Netzwerkeffekte nennen Ökonomen das.

          Mehr wie Slack oder Teams

          Mit der Einstellung erkennt Google dies nun auch formal an. Die von dem Unternehmen veröffentlichte Zahl, wonach 90 Prozent der Interaktionen mit dem Netzwerk weniger als fünf Sekunden dauern, spricht Bände. Zum Vergleich: Facebook hat 2,23 Milliarden monatlich aktive Nutzer. Wie viele Google-Plus-Nutzer mindestens einmal im Monat aktiv sind, dazu gibt es keine Zahlen – wohl aus gutem Grund.

          Während Google Plus beim Endverbraucher nie wirklich landen konnte, fand das Netzwerk für die interne Kommunikation in Unternehmen jedoch mehr Anklang. Insofern ist es folgerichtig, dass Google Plus, eingeengt auf diesen Zweck, ein Nachleben bekommt. Mit vermutlich etwas veränderten oder neuen Funktionen wird es sich dann nicht mehr mit Facebook messen müssen, sondern eher mit Tools wie Slack oder Microsoft Teams.

          Wichtiges Geschäft geht dem Unternehmen jedenfalls nicht verloren durch diese Entscheidung. Nicht unerheblich dürfte indes Googles Umgang mit dem Datenleck sein, das sie nun auslöste – oder genauer: Die Entscheidung, das Leck im März still und heimlich zu schließen, ohne die Öffentlichkeit darüber zu informieren.

          Eine Offenlegung werde vermutlich „sofortiges Interesse“ von Regulierungsbehörden wecken, prognostizierten damals Googles Juristen ihren Chefs, wie das „Wall Street Journal“ berichtet. Google habe nicht in eine Reihe mit Facebook gestellt werden wollen, dessen Börsenwert stark fiel infolge des Datenskandals um das britische IT-Unternehmen Cambridge Analytica.

          Brisant ist das auch deshalb, weil die Datenlücke in Google Plus tatsächlich der anderen ähnelte: Entwickler von Drittanbieter-Apps hatten ohne Erlaubnis der Nutzer Zugriff auf Namen, E-Mail-Adressen, Geschlecht, Alter und Informationen zur Beschäftigung der Nutzer. Bei Facebook hatte der Entwickler einer App ohne Erlaubnis Zugriff auf Daten auch von Freunden der Nutzer, welche die App installiert hatten.

          Bastian Benrath
          Redakteur in der Wirtschaft.

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