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Alexander Armbruster (ala.)

Teurer Internetkonzern : Und dann klingelt es in der Google-Kasse

Freut sich: Google-Chef Sundar Pichai während der Entwicklerkonferenz in Mai. Bild: Reuters

Der Internetkonzern Alphabet verdient gut. Für die Anleger erfreulich ist, dass dies nicht (mehr) nur am Werbegeschäft liegt.

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          Rekordgeldbuße hin, neue Geschäftszahlen her: Der amerikanische Internetkonzern Alphabet (Google) verdient weiter prächtig. Die gerade vorgelegten Geschäftszahlen für das zweite Quartal sind deutlich besser ausgefallen, als professionelle Marktteilnehmer zuvor erwartet hatten – der Aktienkurs hat entsprechend reagiert, an der Börse ist das Unternehmen nun ungefähr 870 Milliarden Dollar wert.

          Google steigerte seinen Umsatz um ein Viertel gegenüber dem Vorjahr auf mehr als 32 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von beinahe 3,2 Milliarden Dollar, und darin enthalten ist bereits die 5 Milliarden Dollar hohe Geldbuße, die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager gerade verhängte. Die Marktwächter in Brüssel sind überzeugt davon, dass Google das mobile Betriebssystem Android instrumentalisiert, um eigene Dienste wie die Suchmaschine auf Smartphones unrechtmäßig zu fördern. Der Google-Vorstandsvorsitzende Sundar Pichai erklärte im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass und warum er diese Entscheidung anfechten wolle, zugleich aber gemeinsam mit der Kommission eine Lösung anstrebe, um die „Vorteile von Android zu erhalten“.

          Die neuen Zahlen wiederum zeigen indes auch, dass Googles Geschäftskern, aus dem der Gewinn entsteht, weiterhin das florierende Werbegeschäft ist: Über die Suchmaschine und die Videoplattform Youtube gelingt es dem Unternehmen, Anzeigen anderer Unternehmen in verschiedenen Formaten immer interessanter zu plazieren – jedes Mal, wenn ein Nutzer darauf klickt, klingelt es in der Google-Kasse. Die Werbeerlöse sind gegenüber dem Vorjahr um ungefähr 6 Milliarden Dollar auf 28 Milliarden Dollar gestiegen, machen also immer noch mehr als 85 Prozent des Konzernumsatzes aus.

          Alle übrigen Geschäfte spielen gemessen daran für Google eine eher untergeordnete Rolle, wenngleich die Anleger auch hier durchaus positive Anzeichen sehen: Denn hinter den „sonstigen Erlösen“, die der Konzern mit 4,4 Milliarden Dollar ausweist (plus 1,2 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr), steckt wesentlich das Cloud-Geschäft. In diesem Bereich befindet sich Google in großer Konkurrenz – und liegt hinter Amazon, dessen entsprechende Geschäftssparte AWS am Ende dieses Jahres möglicherweise mehr als 20 Milliarden Dollar Erlöse erzielt haben wird. In Kombination mit dem besser als erwarteten Werbegeschäft ist dies der Grund für die freudige Reaktion der Börsianer.

          Kaum ein Thema scheint demgegenüber zu sein, dass Googles höherer Quartalsgewinn sich auch aus einem Wertzuwachs von Investitionen außerhalb des Unternehmens speist in Höhe von ungefähr einer Milliarde Dollar. Google führt dies auf neue Bilanzierungsregeln zurück, die zum Jahresbeginn in Kraft traten. Wer die drei Milliarden Dollar aus dem ersten Jahresviertel an dieser Stelle hinzunimmt, kommt auf eine Summe, die zumindest in den ersten sechs Monaten für ein Drittel des Alphabet-Nettogewinns steht – keine Kleinigkeit.

          Alexander Armbruster
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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