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Technik der Zukunft : Google hat jetzt einen neuen Chef für Künstliche Intelligenz

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Jeff Dean ist schon lange eine etablierte Größe im KI-Team von Google. Bild: EPA

Wie kaum ein anderes Unternehmen setzt der Suchmaschinenbetreiber seine Hoffnung auf eine Schlüsseltechnologie dieses Jahrhunderts. Nun verändert er wichtige Positionen.

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          Jeff Dean hat die neue Hoffnung in Künstliche Intelligenz mit ausgelöst. Er führte vor bald sechs Jahren ein Experiment durch, an dessen Ende ein lernendes Computerprogramm erkennt, was eine Katze ist – ohne das dies zuvor detailliert einprogrammiert worden wäre.

          Gemeinsam mit dem Stanford-Professor Andrew Ng schaltete er 16.000 Prozessoren zusammen und ließ eine Software zehn Millionen Youtube-Videos anschauen. Der Rechner lernte Entscheidungen. „Wir haben ihm während des Trainings nie gesagt ,Das hier ist eine Katze’“, sagte Dean danach. „Er erfand im Grunde das Konzept einer Katze.“

          Googles Genie - der Aufstieg des Sundar Pichai

          Dean ist einer der Mitgründer der mittlerweile berühmten auf Künstliche Intelligenz fokussierten Abteilung Google Brain des Suchmaschinenbetreibers, und darüber hinaus seit Jahren eine etablierte Größe auf dem Feld. Nun steigt er auf und übernimmt die Leitung der KI-Unternehmungen von Google insgesamt, wie das Unternehmen mitteilte. Der bisherige KI-Chef John Giannandrea tritt von seiner Position zurück, bleibt aber in Diensten Googles.

          Zugleich trennt der Konzern die im Februar des Jahres 2016 zusammengeschlossenen Gruppen für KI und die Suche wieder voneinander. Giannandrea führte den gemeinsamen Bereich. Neuer Chef der Suchmaschine wird mit Ben Gomes ein erfahrener Mitarbeiter, der sie seit Jahren maßgeblich weiterentwickelt.

          Giannandrea trat in der Öffentlichkeit eher selten als KI-Chef von Google auf. Immer wieder, auch gegenüber FAZ.NET, machte er indes deutlich, dass er von den derzeit gelegentlich apokalyptischen Warnungen nichts hält. Eine sogenannte künstliche Superintelligenz, also ein Computergehirn, das mit dem menschlichen in allen Bereichen mindestens mithalten kann, erwartet er auf mittlere Sicht ganz und gar nicht. Für verantwortungslos und ziemlich lächerlich hält er entsprechende Szenarien.

          Google wiederum ist eines der führenden Unternehmen auf der ganzen Welt, wenn es um Künstliche Intelligenz und ihre bislang praktischen Anwendungen geht. Der Konzern heuert rund um den Globus Talente an und hat zum Beispiel mit Geoffrey Hinton einen der führenden Akademiker für die gerade angesagten Methoden rund um sogenannte künstliche neuronale Netze angestellt und mit Ian Goodfellow einen der am meisten angesehenen Nachwuchsforscher.

          Der Google-Vorstandsvorsitzende Sundar Pichai hat längst die Devise „AI first“ („Künstliche Intelligenz zuerst“) ausgegeben. Und damit angeordnet, dass alle Produkte und Prozesse mithilfe der entsprechenden Modelle weiterentwickelt werden.

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