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Handy-Betriebssystem : Google sammelt unbemerkt Daten

Eine Android-Figur steht auf dem Google-Campus in Mountain View. Bild: dpa

Nahezu heimlich registriert der Internetkonzern Google seit Anfang des Jahres Standortdaten von Nutzern des Betriebssystems Android. Die Begründung klingt so, als fühle sich das Unternehmen ertappt.

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          Der Internetkonzern Google sammelt seit Anfang des Jahres nahezu heimlich Standortdaten von Nutzern des Betriebssystems Android, das auf den meisten Smartphones installiert ist. Nahezu heimlich, weil Google es in seiner Datenschutzerklärung festgeschrieben hat, dass das Unternehmen „zur Standortbestimmung verschiedene Technologien verwendet, wie IP-Adressen, GPS und andere Sensoren“. Dazu gehören etwa W-Lan-Zugangspunkte oder Mobilfunkmasten. Allein: Die Datenschutzerklärung umfasst fast 3000 Wörter, da gehen Feinheiten wie „Mobilfunkmasten“ und „W-Lan-Zugangspunkte“ leicht unter.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Vor allem, weil Nutzer in der Regel davon ausgehen, dass ihre Ortungsdaten nicht erfasst werden, wenn sie das GPS ausgeschaltet haben. Widersprechen können Android-Nutzer dem nicht, wenn sie das Betriebssystem nutzen wollen, ohne das ein Smartphone nicht funktioniert.

          Fühlt Google sich ertappt?

          Wer Ortungsdienste mittels GPS anschaltet, etwa um den Kartendienst „Maps“ zu nutzen, rechnet damit, dass der Standort erfasst wird. Viele Apps benutzen diese Daten, um zu ermitteln, wo sich die Nutzer befinden, etwa um Navigationshinweise zu geben. Allerdings mag kaum jemand davon ausgehen, dass Google den Standort auch darüber ermittelt, wo sich Mobilfunkmasten befinden, die mit dem Smartphone kommunizieren.

          Ein Google-Sprecher bestätigte dem Onlinemagazin „Quartz“ die Datensammlung. Damit solle die Verbreitung von Push-Nachrichten, also den auf dem Bildschirm aufploppenden Hinweisen, verbessert werden. Ende November solle die Datensammlung enden. Das klingt fast so, als fühle sich der Internetkonzern ertappt.

          Schon vor sechs Jahren wurde Google von Sicherheitsforschern vorgeworfen, im Android-Betriebssystem heimlich Daten zu sammeln. Google habe keine Daten gespeichert und wolle die Ortung auch Ende November einstellen. Die Position von Google lautete damals wie heute: Jede Weitergabe von Standortdaten erfolgt im Einverständnis der Nutzer.

          Rund um die Welt nutzen mehr als 2 Milliarden Menschen Android. Das von Google entwickelte Betriebssystem hat einen Marktanteil von mehr als 86 Prozent. Der einzige ernstzunehmende Konkurrent ist das iOS genannte System von Apple.

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