https://www.faz.net/-gqe-ad2yf

Generationswechsel : Bosch baut seine Führung komplett um

Der neue Bosch-Chef Stefan Hartung Bild: dpa

Dass Stefan Hartung an die Spitze des Technologiekonzerns aufrückt, war schon länger klar. Doch wie groß der Umbau ausfällt, überrascht. Vor allem die neue Position des bisherigen Chefs erregt Aufmerksamkeit.

          1 Min.

          Der Technologiekonzern Bosch baut seine Führung grundlegend um. Zum 1. Januar 2022 werde ein langfristig vorbereiteter Generationswechsel vollzogen, heißt es in einer Mitteilung von Bosch, die nach einer Aufsichtsratssitzung am Donnerstagabend verbreitet wurde.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Neuer Vorsitzender der Geschäftsführung wird wie erwartet der 55 Jahre alte Stefan Hartung, der bisher das dominierende Geschäft mit der Mobilität verantwortete. Der noch amtierende Bosch-Chef Volkmar Denner, der im November 65 Jahre alt wird, geht nach fast einem Jahrzehnt an der Konzernspitze nicht etwa in den Ruhestand, sondern fängt noch einmal eine neue Aufgabe an.

          Er widmet sich als Scientific Advisor der Bosch-Gruppe dem Forschungsgebiet Quantentechnologie – jener zukunftsträchtigen Wissenschaft, mit der sich der Physiker schon in seiner Promotion befasst hat. Er habe diese Entscheidung schon vor vielen Jahren getroffen und der Eigentümerfamilie wie auch dem Aufsichtsratsvorsitzenden mitgeteilt, kommentiert Denner diesen Schritt.

          Wird wieder zum Quantenforscher: Der bisherige Bosch-Chef Volkmar Denner
          Wird wieder zum Quantenforscher: Der bisherige Bosch-Chef Volkmar Denner : Bild: dpa

          Denners Vorgänger Franz Fehrenbach, der seit dem letzten großen Umbau an der Bosch-Spitze im Sommer 2012 sowohl Aufsichtsratschef sowie auch persönlich haftender Gesellschafter der Robert Bosch Industrie Treuhand KG (RBIK) war, scheidet nach 47 Jahren Betriebszugehörigkeit aus. Die RBIK übt für das Stiftungsunternehmen Bosch die Gesellschafter-Rolle aus, sodass der jeweilige Vorsitzende eine sehr mächtige Position innehat. Fehrenbachs Nachfolger in dieser Rolle wird Stefan Asenkerschbaumer sein, der mit 65 Jahren seine bisherige Funktion als kaufmännischer Geschäftsführer aufgibt.

          Zu seinem Nachfolger wird der 54 Jahre alte Markus Forschner neu in die Geschäftsführung berufen, der bisher im Vorstand der Bosch Rexroth AG für kaufmännische Aufgaben zuständig ist. Forschner übernimmt gleichzeitig die Funktion des Chief Performance Officers (CPO) von Christian Fischer. Dieser wiederum verantwortet alle Bosch-Geschäftsbereiche jenseits der Mobilität sowie für alle Welt-Regionen außer Amerika und China. Zudem wird der 53 Jahre alte promovierte Wirtschaftswissenschaftler stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung.

          Den bisherigen Verantwortungsbereich des künftigen Bosch-Chefs Hartung übernimmt der 56 Jahre alte Markus Heyn. Er kennt das Geschäft als Autozulieferer sehr gut, denn er ist seit dem Jahr 2015 in der Bosch-Geschäftsführung für Verkauf und Marketing im Mobility-Bereich zuständig. Hartung sowie sein Stellvertreter Fischer werden neue Gesellschafter der RBIK. Ebenfalls neu in diese Rolle berufen wurde der langjährige Zeiss-Chef Michael Kaschke.  

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Geplagt vom Chipmangel: Der Standort von MAN in München

          Mangel an Halbleitern : Harter Kampf um die Mikrochips

          Von Traton bis VW: Den Chipmangel bekommen immer mehr Unternehmen mit voller Wucht zu spüren, die sonst viel mehr verkaufen könnten. Es gibt wenig Aussicht auf Besserung.

          Merkel, die Krisenkanzlerin : Rasierklingenritte und Wendepunkte

          Von der Finanz- über die Klima- bis zur Corona-Krise: Die Leistungen eines Kanzlers zeigen sich in den Krisen, die er zu bewältigen hatte. Das hat Angela Merkel einmal gesagt. Daran muss sich die scheidende Regierungschefin messen lassen. Eine Bilanz.
          Angehörige des sechs Jahre alten Eitans betreten am Donnerstag das Familiengericht in Tel Aviv.

          Nach Seilbahn-Unglück : Eitan bleibt vorerst in Israel

          Der Sorgerechtsstreit um den einzigen Überlebenden des Seilbahnunglücks am Lago Maggiore dauert an, es wird sogar wegen Entführung ermittelt. Nun hat ein Familiengericht in Tel Aviv eine vorläufige Entscheidung getroffen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.