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Gaia-X : Europa setzt Standards

Spiegelung einer Europaflagge am Paul-Löbe-Haus in Berlin Bild: dpa

Dass die europäischen Cloud-Initiative auch Amerikaner und Chinesen nicht ausschließt, ist gut so. Denn anders als andere Länder sollte Europa seine Zukunft nicht im Protektionismus suchen.

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          Gaia-X soll nicht „die“ europäische Cloud-Alternative werden. Das sagen die Verantwortlichen der Stiftung, welche die politisch initiierte Initiative trägt, sehr klar. Stattdessen soll unter diesem Begriff vor allem ein Regelwerk für sichere Cloud-Dienste entstehen, das den europäischen Grundwerten mit Blick auf den Schutz von Daten und intellektuellem Eigentum entspricht – auch wenn die Daten auf externen Servern gespeichert werden.

          Folglich ist es nicht abwegig, in diesem Kontext auch internationale Technikgiganten wie Amazon, Google, Huawei und Alibaba ihre Dienste anbieten zu lassen. Jeder, der sich an die europäischen Regeln halten will, kann auch eine entsprechende Zertifizierung anstreben.

          Es kann aber gut sein, dass etwa amerikanischen Anbietern durch die rechtliche Unsicherheit, die Amerikas Cloud Act birgt, das Gaia-X-Gütesiegel am Ende verwehrt bleibt. Hiesige Anbieter wiederum können herausstellen, dass sie sich an alle europäischen Regeln halten.

          Ob der Standard, den Gaia-X setzen will, sich schließlich auf der ganzen Welt durchsetzen wird, bleibt vorerst eine offene Frage. Doch innerhalb der neuen Struktur nicht-europäische Anbieter per se auszuschließen, liefe auf verfehlte, weil protektionistische Industriepolitik hinaus.

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