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Für Bundesbehörden verboten : Datenschützer warnt vor Whatsapp

Ulrich Kelber Bild: dpa

Eigentlich ist es schon länger klar: Zumindest Bundesbehörden müssen die Finger von Whatsapp lassen. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber weist trotzdem noch einmal darauf hin. Der Messenger protestiert: Man gebe keine Metadaten an Facebook weiter.

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          Der Bundesdatenschutzbeauftrage, Ulrich Kelber, hat klargestellt, dass keine Bundesbehörde den zu Facebook gehörenden Messenger Whatsapp zur Kommunikation benutzen darf. „Aus gegebenem Anlass möchte ich darauf hinweisen, dass der Einsatz von Whatsapp für eine Bundesbehörde ausgeschlossen ist“, heißt es in einem Schreiben Kelbers an alle Bundesministerien und -behörden, über welches das „Handelsblatt“ am Sonntag berichtete. Anlass seien einzelne ihm vorliegende Beschwerden über die Nutzung von Whatsapp durch Bundesbehörden.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Kommunikation über Whatsapp ist von Ende zu Ende verschlüsselt, das heißt, Facebook kann die Inhalte der Nachrichten nicht lesen, sie werden auf dem sendenden Handy ver- und erst auf dem empfangenden wieder entschlüsselt. Als problematisch sieht Kelber aber die sogenannten Metadaten einer Nachricht. Das sind Daten wie Nachrichtendatum- und Uhrzeit, Standorte und Identitäten von Sender und Empfänger sowie Informationen über die genutzten Smartphones. Diese entstehen neben dem eigentlichen Nachrichteninhalt automatisch und sind nicht verschlüsselt, sodass sie gelesen und gesammelt werden können.

          Whatsapp: Wir geben keine Metadaten an Facebook weiter

          „Allein durch die Versendung von Nachrichten werden jedes Mal Metadaten an WhatsApp geliefert“, schreibt Kelber. Es sei davon auszugehen, dass diese dann unmittelbar an Facebook weitergegeben würden. Allein aus der Tatsache, dass zum Beispiel ein Bürger mit einer Bundesbehörde kommuniziert habe, sowie aus der Häufigkeit von Nachrichten ließen sich Rückschlüsse ziehen. „Diese tragen, wenn auch nur als kleiner Mosaikstein, zur verstärkten Profilbildung bei.“

          Ein Sprecher von Whatsapp wies die Vorwürfe als falsch zurück. „WhatsApp gibt keine Metadaten von Nutzern an Facebook weiter, um den Aufbau von Profilen zu unterstützen oder auf eine andere Art Facebooks Produkte oder Werbung zu verbessern“, schrieb ein Whatsapp-Sprecher am Montag in einer E-Mail an die F.A.Z.

          Kelber räumte ein, dass durch die Corona-Krise ein erhöhtes Kommunikationsbedürfnis gebe, gerade gegenüber Bürgern. Auch führe die Krise zu veränderten Kommunikationswegen. Dennoch dürfe auch diesen Zeiten der Datenschutz nicht vernachlässigt werden. Wenn auf Whatsapp zurückgegriffen werde, zeige das nur, dass die Behörden es bislang versäumt hätten, einen datenschutzfreundlichen Dienst zu etablieren.

          Dieser Text wurde am 18.05.2020 um 10:55 Uhr mit der Stellungnahme von Whatsapp aktualisiert, dass der Dienst keine Metadaten an Facebook weitergebe. Zuvor hatte es geheißen, Whatsapp lasse die Frage offen, ob Metadaten weitergegeben würden.

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