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Französisches Musikunternehmen : Believe will mit Börsengang rund 500 Millionen Euro einnehmen

Ihr Label-Partner ist Nuclear Blast: die schwedische Metal-Band Sabaton (hier Ende Januar 2020 in der Frankfurter Festhalle) Bild: Francois Klein

Bis Ende 2021 will Vivendi Universal Music per Abspaltung an die Börse bringen. Mit „Believe“ macht nun noch ein anderer bekannter Name aus der Musikbranche seine Börsenpläne publik.

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          Seit Juni vergangenen Jahres ist Warner Music zurück an der Börse. Konkurrent Universal Music, das weltgrößte Musikunternehmen, soll bis Ende diesen Jahres folgen, so der Plan von Mehrheitseigentümer Vivendi. Der französische Medienkonzern will 60 Prozent seiner größten Tochtergesellschaft per Abspaltung an die Börse bringen und letztlich noch 20 Prozent halten. Die übrigen 20 Prozent hält ein vom chinesischen Tencent-Konzern angeführtes Konsortium. Im Zuge des Verkaufs der ersten 10 Prozent wurde Universal Anfang 2020 mit 30 Milliarden Euro bewertet.

          Benjamin Fischer
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nun kommt aus Frankreich die nächste Nachricht über einen geplanten Börsengang eines Musikunternehmens: Believe, 2005 unter anderem vom ehemaligen Vivendi-Manager Denis Ladegaillerie gegründet, will mit dem Schritt an die Pariser Börse Euronext ungefähr 500 Millionen Euro für weiteres Wachstum einsammeln, heißt es in einer Mitteilung von Montag.

          „Im vergangenen Jahrzehnt hat das Streaming die Art wie die Menschen Musik für sich entdecken verändert, was den Weg für den Aufstieg von unabhängigen Künstlern und Labels bereitet hat“, wird Ladegaillerie zitiert. Believe sei bestens positioniert um deren Bedürfnisse auf allen Ebenen abzudecken. Das Streaming ist auch maßgeblich für das seit Jahren anhaltende Wachstum des Markts für Musikaufnahmen verantwortlich.

          Gerüchte über Börsenpläne der Gruppe hatte es zuletzt Ende 2020 gegeben. Damals war von einer möglichen Bewertung von rund zwei Milliarden Euro die Rede. Der Mitteilung zufolge hat die französische Wertpapieraufsicht AMF die eingereichten Dokumente am Freitag genehmigt. Weitere Details zum geplanten Börsengang wurden nicht mitgeteilt.

          Von Loredana bis zu Metal

          Believe fungiert primär als Dienstleister für Künstler und Indie-Labels. Kern ist der digitale wie physische Musikvertrieb, aber das Angebotsportfolio reicht bis hin zu verschiedensten Marketingleistungen, deren Umfang je nach Vertrag variiert. Musiker kaufen die jeweils gewünschten Dienstleistungen ein, bleiben aber insofern unabhängig, als dass sie die Rechte an ihrer Musik behalten. In der Regel erhalten sie so einen größeren Anteil an den Tantiemen aus der Vermarktung ihrer Musik als bei klassischen Label-Deals, gehen aber auch unternehmerisch mit ins Risiko. Bei eher klassischen Label-Deals werden die Rechte für eine bestimmt Zeit an das Label abgetreten, das die Veröffentlichung finanziert und betreut.

          Zu Believe gehört etwa die digitale Vertriebsplattform Tunecore, gewissermaßen das Basis-Angebot, über die kleinere Künstler ihre Musik ohne weitere Dienstleistung gegen eine Einmalzahlung direkt auf Spotify & Co vertreiben können. Ähnliche konkurrierende Angebote, die teilweise auch eine geringe Beteiligung an den Einnahmen über die diversen Musik-Dienste für sich behalten können und sich ansonsten etwa mit Blick auf die Partner-Plattformen sowie Zusatzangebote unterscheiden, sind beispielsweise Distrokid, Recordjet, United Masters oder CDBaby.

          Das deutsche Vertriebs- und Vermarktungsunternehmen Groove Attack, das unter anderem mit Rap-Stars wie Loredana oder Ufo361 zusammenarbeitet, ist ebenso Teil von Believe wie das bekannte Metal-Label Nuclear Blast aus dem baden-württembergischen Donzdorf

          Wie aus den bei der Wertpapieraufsicht  AMF eingereichten Dokumenten hervorgeht, kam die gesamte Believe-Gruppe mit Geschäft in mehr als 50 Ländern 2020 auf einen konsolidierten Umsatz von 441,4 Millionen Euro. Alleine über Tunecore vertrieben dem Unternehmen zufolge mehr als eine Million Künstler ihre Musik, an die man täglich insgesamt rund 1,2 Millionen Dollar ausschütte. Größter Anteilseigner ist aktuell mit 49,64 Prozent die US-Investmentgesellschaft TCV, die nicht zuletzt auch Anteile an Musik-Streamingmarktführer Spotify hält. Geschäftsführer Ladegaillerie kommt auf rund 15 Prozent.

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