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Cambridge Analytica : Die wichtigsten Antworten zum Facebook-Skandal

  • -Aktualisiert am

Was kann ich tun, damit das nicht mehr passiert?

Sie können einstellen, dass Apps von Freunden nicht mehr an Ihre Daten kommen. Dazu müssen Sie Facebooks Einstellungs-Seite für Apps aufrufen (unter diesem Link). Dort klicken Sie auf „Von anderen Personen verwendete Apps“ und stellen dann ein, welche Daten weitergegeben werden dürfen – im Zweifel eben gar keine. Sie können auch Apps grundsätzlich den Zugriff verweigern. Dann können Sie aber auch selbst keine Apps mehr nutzen.

Wer noch ausführlicher werden will, dem hilft diese Einstellungsseite, die sich mit Werbung beschäftigt.

Mancher trifft angesichts der ständigen Datenthemen auch die Entscheidung, Facebook ganz zu verlassen. Damit so viele Daten wie möglich gelöscht werden, müssen Sie auf dieser Seite „Kontolöschung anfordern“ wählen.

War das alles illegal?

Indem die Nutzer die App installiert haben, haben sie den Nutzungsbedingungen und damit auch der Datenerhebung zugestimmt. Das entspricht auch den Facebook-Regeln. Der Forscher Aleksandr Kogan hat jedoch die Daten verbotenerweise an Cambridge Analytica – und damit an Dritte – weitergeleitet.

Bei der „Stiftung Neue Verantwortung“ findet Datenschutz-Expertin Nicola Jentzsch, schon die Daten-Einwilligung der Nutzer beruhe auf einer Täuschung. „Nutzern ist in vielen Fällen kaum bewusst, welche Datenanalysen heute schon möglich sind. Sie haben für redliche akademische Zwecke eingewilligt. Sie konnten wohl kaum annehmen, das auf Basis der Daten gezieltes politisches Targeting entwickelt werden kann, was psychologische Schwächen, Hoffnungen und Ängste von Wählern ausnutzt. In diesem Sinne sind sie getäuscht worden“, sagt sie – ob sich allerdings Gerichte dieser Auffassung anschließen, ist unsicher.

Seit wann wusste Facebook davon?

Facebook weiß nach eigener Aussage seit 2015 davon. Damals hat das soziale Netzwerk die App entfernt und Kogan sowie CA aufgefordert, die gespeicherten Nutzerdaten zu löschen. Diese versicherten, das getan zu haben. Facebook hat das aber offenbar nicht weiter überprüft. Erst am Freitag vergangener Woche teilte Facebook mit, die Zusammenarbeit mit CA zu beenden. Das heißt, das Unternehmen kann von nun an keine Anzeigen mehr schalten und auch keine eigenen Seiten mehr verwalten.

Wie wurde all das öffentlich?

Das liegt zu einem großen Teil an Christopher Wylie. Er hat bis Ende 2014 für Cambridge Analytica gearbeitet, danach arbeitete er mit Kogan zusammen. Dazu gründete er ein Unternehmen namens Eunoia Technologies. Jetzt machte er im „Observer“, der „New York Times“ und dem britischen „Channel 4“ den Skandal öffentlich. Er nennt seinen früheren Arbeitgeber eine „Propagandamaschine mit umfassendem Service“. Heute ist er 28 Jahre alt und fällt nicht nur durch markige Worte, sondern auch seine pinkfarbenen Haare auf.

Was muss jetzt passieren?

Die Datenschutz-Expertin Nicola Jentzsch fordert Facebook dazu auf, alle betroffenen Nutzer zu informieren – und vor allem: seine Sicherheitsmechanismen zu verbessern. „Es scheint kaum Mechanismen zu geben zu prüfen, ob Vertragsbestimmungen bei Datenzugang auch eingehalten werden. Hier muss die Sorgfalt unbedingt verbessert werden.“

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