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Fortnite vs Apple und Google : Kampf der Giganten

  • -Aktualisiert am

Der Spiele-Entwickler legt sich mit den Internet-Riesen an. Bild: Epic Games

Der Computerspiele-Entwickler Epic Games legt sich gut vorbereitet mit den Internet-Riesen an. Er hat die Chance, Apple in eine gefährliche Zwickmühle zu bringen.

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          Apple ist für meisterhaftes Marketing bekannt. Umso mehr Ironie hat es, dass der Elektronikkonzern jetzt zum Ziel einer minutiös inszenierten Kampagne geworden ist, die seinem Ruf erheblichen Schaden zufügen könnte: Epic Games, der Hersteller des erfolgreichen Videospiels Fortnite, hat mit einer Änderung von Bezahl-Konditionen seinen Rauswurf aus dem App Store von Apple provoziert, um sich hinterher als Opfer darzustellen.

          Das Unternehmen hatte sofort eine Klage gegen Apple parat, die von einem spektakulären Werbespot und einer Online-Kampagne mit dem Schlagwort „#FreeFortnite“ begleitet wurde. Epic beklagt die Gebühr, die Apple von App-Entwicklern verlangt, als „unterdrückende Steuer“. Mit Google zettelte der Videospielehersteller einen fast identischen Kampf an.

          Apple in der Zwickmühle

          Die Auseinandersetzung mit Apple hat aber mehr Gewicht. Denn während Nutzer von Smartphones mit Googles Betriebssystem Android wegen weniger strikter Regeln „Fortnite“ auch auf anderem Weg auf ihre Geräte laden können, ist dies auf ihren iPhones nicht möglich. Wer sich also ein neues iPhone kauft, hat auf eines der populärsten Videospiele keinen Zugriff – und das kommt für Apple zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt, schließlich möchte der kalifornische Konzern bald die mit Spannung erwartete nächste iPhone-Generation auf den Markt bringen.

          Für Apple ist der Streit auch insofern gefährlicher, weil das Unternehmen wegen seiner Geschäftspraktiken rund um den App Store ohnehin schon inmitten einer wettbewerbsrechtlichen Diskussion steckt. Der Vorstandsvorsitzende Tim Cook musste sich gerade in einer Kongressanhörung für Apples Methoden rechtfertigen, die EU-Kommission hat in dieser Angelegenheit sogar ein Kartellverfahren eingeleitet.

          Google ist nicht weniger wegen seiner Marktmacht in der Kritik. Aber dabei geht es vor allem um andere Geschäfte wie die Suchmaschine.

          Apple wiederum ist nun in einer misslichen Lage: Gibt das Unternehmen nach, öffnet es ähnlichen Manövern anderer App-Entwickler Tür und Tor. Bleibt es hart, läuft es Gefahr, als hässlicher Monopolist dazustehen. Und Epic Games scheint es auch nicht zuletzt genau darum zu gehen, Apple in diese Zwickmühle zu bringen und damit ein Zeichen zu setzen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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