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Folge des Chipmangels : Die Tachonadel kehrt zurück

Eine Tachonadel zeigt auf die 130 Stundenkilometer-Marke Bild: dapd

Der Autokonzern Stellantis baut im auslaufenden Peugeot 308 wieder analoge Geschwindigkeitsmesser ein. Er reagiert damit auf die weltweite Halbleiter-Knappheit. 400 Euro sollen die Käufer damit immerhin sparen.

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          Der Halbleiter-Mangel lässt die Herzen der Nostalgiker höher schlagen. Der französische Autohersteller Peugeot will bei seinem Peugeot 308 wieder die traditionellen Geschwindigkeitsanzeiger mit Nadel einbauen. Die digitale Variante wird weichen, weil die Halbleiter fehlen, wie der Mutterkonzern Stellantis mitteilte, der in diesem Jahr aus der Fusion des französischen Herstellers PSA sowie Fiat-Chrysler entstanden ist. Das Unternehmen muss mit den Chips als knappem Gut haushalten. Daher sollen digitale Armaturenbretter nun den gefragten Fahrzeugen wie dem SUV 3008 vorbehalten sein.

          400 Euro weniger

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Der Peugeot 308 soll in seiner jetzigen Form im September auslaufen. Die darauffolgende Generation, die dann nicht mehr im ostfranzösischen Sochaux, sondern 50 Kilometer nordöstlich in Mulhouse produziert wird, soll dagegen wieder einen digitalen Tacho haben. Wer noch auf das alte Modell setzt, das im vergangenen Jahr zu 98.000 Stück weltweit verkauft wurde, kann sich immerhin mit einer Preissenkung trösten: Der Peugeot 308 mit dem Zeiger soll 400 Euro weniger kosten.

          Die Chip-Knappheit auf der gesamten Welt führt bei PSA auch dazu, dass sein Werk im französischen Rennes (Bretagne) seit Montag still steht. Die dort hergestellten Wagen Peugeot 5008 und Citroën C5 Aircross erfreuen sich guter Nachfrage, doch auch hier fehlen die Halbleiter. Schon Anfang April und Mitte März war es deswegen zu temporären Produktionsunterbrechungen gekommen. Der Konzern versucht so flexibel wie möglich auf die Lage zu reagieren. Jeden Morgen sollen die Mitarbeiter eine zentrale Telefonnummer anrufen, um zu erfahren, ob gearbeitet wird oder nicht, berichten Gewerkschaftsvertreter.

          Angesichts der Chip-Knappheit schickt am Mittwoch auch Autokonzern Daimler vorerst an zwei Standorten Tausende Mitarbeiter wieder in die Kurzarbeit.

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