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Bransons Flug ins All : „Das Ganze war einfach magisch!“

Völlig losgelöst: Richard Branson und seine Crew nach dem erfolgreichen Flug ins All. Bild: AFP

Der britische Milliardär Branson erfüllt sich mit seinem Flug ins All einen Kindheitstraum – auch wenn Jeff Bezos ihm das vermiesen wollte. Elon Musk ist vor Ort.

          2 Min.

          Der britische Milliardär Richard Branson ist am Sonntag als Erster mit seinem eigenen Raumfahrtunternehmen in den Weltraum geflogen. Gegen 10:40 Uhr Ortszeit hob der Raumgleiter „VSS Unity“ mithilfe eines Trägerflugzeugs vom „Spaceport America“ in der Wüste des US-Bundesstaates New Mexico ab. Der Gleiter löste sich dann rund 45 Minuten später, um weiter ins All zu fliegen. Branson und die drei anderen Passagiere erlebten dort einige Momente lang Schwerelosigkeit, bevor der Raumgleiter zurückflog und nach fast genau einer Stunde wieder sicher in New Mexico landete.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Nach der Landung erhielten Branson und seine Crew-Mitglieder die begehrten Astronautenabzeichen und spritzten mit Champagner um sich. „Was für ein Tag, was für ein Tag“, rief Branson begeistert ins Mikrofon. „Das Ganze war einfach magisch!“

          Mit dem Termin am Sonntag kamen Branson und sein Unternehmen Virgin Galactic Jeff Bezos zuvor. Der Gründer des Online-Händlers Amazon.com, dem auch der Raumfahrtspezialist Blue Origin gehört, plant für den 20. Juli einen Trip ins Weltall. Branson und Bezos haben ihre Flüge als Kindheitsträume beschreiben.

          Bezos' Unternehmen stichelt gegen Branson

          Sie hoffen aber auch, damit dem Weltraumtourismus einen entscheidenden Schub zu geben, beide wollen künftig zahlende Kunden befördern. Virgin Galactic hat schon Tickets für bis zu 250.000 Dollar verkauft.

          Das Virgin-Galactic-Raumschiff auf dem Weg ins All
          Das Virgin-Galactic-Raumschiff auf dem Weg ins All : Bild: via REUTERS

          Noch bevor Branson abhob, versuchte Bezos‘ Unternehmen, dessen Mission kleinzureden – und unterstrich damit die Rivalität zwischen den Multimilliardären. Blue Origin wies auf Twitter darauf hin, dass die eigenen Flüge im Gegensatz zu Virgins Trips über die Kármán-Linie hinausgehen, die hundert Kilometer über dem Meeresspiegel liegt und oft als Grenze zwischen der Erdatmosphäre und Weltall beschrieben wird. Bransons Flug wird tatsächlich einige Kilometer darunter bleiben, allerdings definieren zumindest US-Luftfahrtbehörden auch diese Höhe als Weltraum.

          Auf den Trips beider Unternehmen soll es Passagieren möglich sein, Schwerelosigkeit zu spüren. Blue Origin twitterte, die Flughöhe bewusst jenseits der Kármán-Linie angesetzt zu haben, damit die beförderten „Astronauten“ kein „Sternchen“ neben ihrem Namen haben müssten.

          In dem Tweet werden noch eine Reihe anderer Punkte aufgeführt, warum das eigene Flugerlebnis überlegen sein soll. Man biete „die größten Fenster im Weltraum“, Virgin Galactic dagegen nur „Fenster in Flugzeuggröße“. Zudem würden Passagiere mit einer Rakete ins All gebracht, und nicht mit einem Flugzeug, wie Virgin es tue.

          Auf die Äußerungen von Blue Origin reagierte Nicola Pecile, ein Testpilot von Virgin. „Dieser Pinkelwettbewerb über die Kármán-Linie ist so kindisch, dass es allmählich wirklich peinlich ist, sich das anzusehen,“ schrieb er in einem Tweet, den er seither wieder gelöscht hat. Allein höher als dreißig Kilometer zu fliegen, sei schon so schwierig, dass es Anerkennung verdiene.

          Das Raumschiff nach der Landung
          Das Raumschiff nach der Landung : Bild: AFP

          Womöglich um die Wogen wieder zu glätten, schlug Bezos selbst am Samstag versöhnlichere Töne an und schrieb auf seinem persönlichen Instagram-Konto, er wünsche Branson und seinem Team einen erfolgreichen und sicheren Flug.

          Das Raumschiff trennt sich vom Trägerflugzeug.
          Das Raumschiff trennt sich vom Trägerflugzeug. : Bild: AFP

          Branson selbst hat versucht, den Konkurrenzkampf herunterzuspielen. Er bestritt, seinen Flugtermin mit der Absicht gewählt zu haben, Bezos in die Parade zu fahren. Es sei schlicht ein „unglaublicher, wunderbarer Zufall“, dass beide nun im gleichen Monat ins All wollen, sagte er der Zeitung Washington Post. Vor einigen Wochen konnte er sich allerdings in einem anderen Interview einen Seitenhieb nicht verkneifen, als er auf eine Frage, ob er Bezos zuvorkommen wolle, sagte: „Jeff wer?“

          Ein anderer Raumfahrtunternehmer hält sich derweil aus diesen Sticheleien heraus: Elon Musk, der neben dem Elektroautohersteller Tesla auch den Weltraumspezialisten SpaceX führt, twitterte Branson „beste Wünsche“ und verriet, er werde beim Start dabei sein. Branson antwortete und dankte Musk dafür, „so ein guter Freund“ zu sein, später twitterte er ein Foto von beiden. Virgin Galactic und Blue Origin stehen mit ihren Suborbitalflügen an den Rand des Weltraums stärker im Wettbewerb miteinander als mit SpaceX. Auch Musks Unternehmen will Weltraumtouristen befördern, peilt dabei aber weiter entfernte Ziele an.

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