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FAZ.NET exklusiv : Millionen für Münchener Fitness-App

Viele Menschen halten sich mit den Übungen von Freeletics fit – auch im Frankfurter Osthafenpark. Bild: Patrick Slesiona

In wenigen Jahren ist das Fitness-Start-up Freeletics stark gewachsen. Das haben jetzt auch große Sportvereine aus Amerika bemerkt.

          2 Min.

          Die Zeichen stehen auf Expansion. In den vergangenen fünf Jahren hat sich Freeletics auf dem Markt der Fitness-Apps zu einer deutschen Erfolgsgeschichte entwickelt - nun soll mit der Unterstützung aus Nordamerika das nächste Kapitel geschrieben werden.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Das Unternehmen aus München will fortan durch die Unterstützung von fünf Finanzinvestoren „das globale Wachstum weiter ankurbeln“, sagte der Vorstandsvorsitzende Daniel Sobhani im Gespräch mit FAZ.NET. Die Summe, die von den Kapitalanlegern dafür eingebracht wird, belaufe sich in einem ersten Schritt auf eine Millionensumme im hohen zweistelligen Bereich.

          Die Gründer steigen aus

          Gegründet wurde Freeletics von drei ehemaligen Studenten an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität: Joshua Cornelius, Mehmet Yilmaz sowie Andrej Matijczak, die sich bei den Vorlesungen in den Fächern Mathematik, BWL und Chemie kennenlernten und die Idee vom digitalisierten Sporttraining entwickelten. Mit der Geschäftsführung beauftragten sie kurz nach der Gründung des bis zuletzt eigenfinanzierten Start-ups ihren Freund Sobhani, einen ehemaligen Berater der Boston Consulting Group. Die Unternehmer werden sich künftig auf „neue Projekte konzentrieren“, wie sie mitteilten.

          Ihre Freeletics-Anteile übernahm Sobhani zusammen mit der Fitlab-Gruppe, das von ehemaligen Nike-Managern geführt wird. Beide Partner setzen auf ein Bündnis von Finanziers aus den Vereinigten Staaten, zu der Causeway Media Partners,Jazz Venture Partners, Courtside Ventures, Elysian Park Ventures und Ward Ventures zählen.

          Das deutsche Start-up wird amerikanischer

          Die Geldgeber verfügen über Geschäftsbeziehungen zu großen Unternehmen auf dem amerikanischen Sportmarkt, darunter die San Francisco 49ers in der National Football League (NFL), die Boston Celtics aus der National Basketball Association (NBA) und die Los Angeles Dodgers aus der Major League Baseball (MLB). Für Sobhani bringen sie „umfangreiche Expertise sowie strategisch wertvolle Netzwerke“ mit, von denen Freeletics in einem Wettbewerbsumfeld profitieren soll, in dem längst Weltkonzerne wie Adidas, Nike oder Under Armour mit großem Aufwand um Marktanteile kämpfen. Mark Wan (Causeway) und John Spinale (Jazz) unterstützen Sobhani im neuen Freeletics-Vorstand.

          Aktuell hat Freeletics global 30 Millionen Kunden – Tendenz stark steigend. Der Umsatz wuchs in den vergangenen Jahren von 5 auf mehr als 20 Millionen Euro im Jahr 2016, neuere Zahlen sind bislang nicht veröffentlicht. Die meisten Nutzer kommen aus den Vereinigten Staaten, Brasilien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

          Freeletics-Fans trainieren draußen

          Das Angebot basiert auf einem sogenannten Freemium-Modell: Einige der Übungen in der App sind gratis, weitere und die Betreuung durch einen computergestützten Coach können gegen Zuzahlung abonniert werden. Neben der ursprünglichen Bodyweight-App, bei der nur mit dem eigenen Körpergewicht trainiert wird, bietet Freeletics mittlerweile auch die Programme „Running“ für Läufer, „Gym“ für die Besucher von Fitnessstudios und „Nutrition“ als Ernährungsberatung. Sobhani spricht vom „Personaltrainer in der Hosentasche“, bei dem Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen helfen, die personalisierten Trainingspläne zu erstellen.

          Im vergangenen Oktober wurde in Berlin ein Outdoorpark mit Fitnessgeräten eröffnet, an dem sich die Freeletics-Übungen mit Blick auf Museumsinsel und Spree absolvieren lassen. Für Sobhani ein erster Schritt, die „physische Präsenz“ seines Unternehmens zu steigern. „Die Markenidentifikation und das Community-Engagement von Freeletics suchen ihresgleichen. Es scheint, als hätten sie den Code für maximale Motivation geknackt“, sagt John Harris von dem Risikokapitalgeber Jazz Venture Partners.

          Seit etwas mehr zwei Jahren vertreibt Freeletics zudem eine eigene Kollektion für Sportkleidung. „Mit den Investoren wollen wir unsere Angebote gezielt weiterentwickeln“, sagt Sobhani. Aktuell sind am Freeletics-Firmensitz in der Münchner Innenstadt 120 Mitarbeiter beschäftigt, die aus 36 Nationen stammen. Demnächst, so stellt Sobhani in Aussicht, wird an der amerikanischen Ost- oder Westküste eine Außenstelle hinzukommen.

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