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Geld für Batterieprojekte : Findige Firmen können 155 Millionen Euro bekommen

Mehr Batterie-Kompetenz in Deutschland strebt nicht nur Baden-Württemberg an. Bild: dpa

Baden-Württemberg fördert nun Batterie-Innovationen. Erste Unternehmensnamen machen schon die Runde.

          2 Min.

          Unternehmen aus Baden-Württemberg können mit Fördermitteln vom Land im Volumen von 155 Millionen Euro rechnen, wenn sie an Batterie-Innovationen arbeiten. Gefördert werden sollen Entwicklungen entlang der ganzen Batterie-Wertschöpfungskette – von den chemischen Werkstoffen über die Konzeption der Batteriezellen bis hin zum Recycling von Altbatterien.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Hamburg.

          „Es ist unser Ziel, die starke Stellung Baden-Württembergs auf diesem Feld weiter zu stärken und unseren Standort zu einem Zentrum für Forschung, Entwicklung und Produktion von Batterien in Europa auszubauen“, erklärte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) nach dem Beschluss der grün-schwarzen Landesregierung.

          Dabei sei vor allem Tempo gefragt. Es gelte jetzt schnell sichtbare Erfolge zu erzielen, um im internationalen Wettbewerb nicht den Anschluss zu verlieren. Ausdrücklich rechtfertigte die Ministerin die Förderung auch in Zeiten der Pandemie: „Gesundheitsschutz und Soforthilfen für Unternehmen stehen in der aktuellen Situation zu Recht ganz klar im Fokus. Wir müssen aber jetzt schon daran denken, unsere Wirtschaft nach der Krise wieder zum Laufen zu bringen.“

          Elring-Klinger und Manz?

          Das Thema Batterie steht in Baden-Württemberg nicht nur besonders im Fokus, weil hier die Autoindustrie als potentiell besonders großer Abnehmer von Batterien stark ist. Sondern auch, weil im Land schon eine große Zahl von Unternehmen wie auch Forschungseinrichtungen in diesem Bereich tätig sind. „Bis zum Jahr 2030 wollen wir rund 30 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Batteriezellen aus deutscher und europäischer Produktion bedienen. Baden-Württemberg muss dabei Vorreiter sein“, lautet das ehrgeizige Ziel der Ministerin.

          Das Vehikel dafür ist die europäische Batterie-Allianz, in deren Rahmen baden-württembergischen Unternehmen durch die Beihilfe vom Land insgesamt nun sogar 500 Millionen Euro Fördergeld erhalten können. Der Rahmen dafür ist ein sogenanntes IPCEI; die Abkürzung steht für Important project of common european interest. Solche Vorhaben von gemeinsamem europäischen Interesse sollen gesellschaftliche Herausforderungen angehen, die anders nicht gelöst werden können, weshalb die EU-Kommission auch eine Ausnahme vom Beihilfeverbot erteilt.

          Das erste Projekt dieser europaweiten Batterie-Allianz hat die EU-Kommission im Dezember schon genehmigt. Dabei geht es um die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien, die kürzere Ladezeiten haben als heute und zugleich langlebiger, sicherer und umweltfreundlicher sind. Wie das Wirtschaftsministerium bestätigt, wird im Rahmen dieses Projekts in Baden-Württemberg die Varta AG gefördert, die als Spezialist für Batterien für Hörgeräte, Kopfhörer und dergleichen bekannt ist.

          Da weitere Projekte noch in der Vorbereitung seien, könne man noch keine konkreten Angaben zu den Nutznießern der Fördermillionen machen, heißt es im Wirtschaftsministerium. Dem Vernehmen nach soll unter anderem der Autozulieferer Elring-Klinger beteiligt sein, der schon heute komplette Batteriemodule für Autos wie etwa den BMW i3 herstellt, ebenso der Maschinenbauer Manz und der Projektentwickler ACI Systems, der sich mit Lithium-Abbau befasst.

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