https://www.faz.net/-gqe-9o5e2

Facebooks Währungspläne : Das Geld der Welt

  • -Aktualisiert am

Facebook hat mit vielen Datenskandalen viel Vertrauen verspielt. Für seine neue Währung muss der Konzern das Vertrauen zurückgewinnen. Bild: Reuters

Facebook plant eine eigene Währung: Die Logik besticht. Doch kann der Konzern das nötige Vertrauen zurückgewinnen?

          1 Min.

          Facebooks Pläne für eine neue Digitalwährung haben eine bestechende Logik. Der amerikanische Internetgigant hat auf seinen diversen Plattformen mehr als zwei Milliarden Mitglieder, das virtuelle Geld mit dem Namen „Libra“ hätte von Anfang an einen riesigen potentiellen Nutzerkreis.

          Somit ist Facebook in guter Position, jenseits von Online-Werbung ein weiteres großes Geschäftsfeld mit Finanzdiensten aufzubauen. Das Projekt ist eine Kampfansage an das traditionelle Bankensystem und hat das Zeug dazu, Kryptowährungen aus ihrer bisherigen Schmuddelecke herauszuholen.

          Der Haken: Facebook ist in jüngster Zeit von einer Datenaffäre in die nächste gestolpert, und das macht den Vorstoß auf einem Gebiet, wo es um hochsensible Informationen geht, ziemlich heikel. Facebook weiß das sehr wohl und beteuert, Finanzdaten würden nicht zu Werbezwecken genutzt. Außerdem wird Libra als Gemeinschaftsprojekt strukturiert, das nicht allein von Facebook kontrolliert wird.

          Für das Unternehmen wird es freilich ein Balanceakt sein, einerseits Distanz zu Libra zu bewahren, andererseits aber doch der maßgebliche Impulsgeber der Währung zu sein und von ihr profitieren zu wollen. Nur wenn er gelingt, wird Facebook das nötige Vertrauen gewinnen können.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Armin Laschet im September 2018 ungefähr 1200 Meter unter Tage in der Steinkohlenzeche Prosper Haniel in Bottrop.

          Neuer CDU-Vorsitzender : Der Wirtschaftspolitiker Armin Laschet

          Weniger Bürokratie, nicht „halb grün“, europäische Champions: Wofür der neue CDU-Chef wirtschaftspolitisch steht, hat er als Ministerpräsident schon in wichtigen Einzelfällen gezeigt.

          Entzug vom Weltverband : Keine Eishockey-WM in Belarus

          Aleksandr Lukaschenka ist nicht mehr Gastgeber der Eishockey-WM. Der Weltverband entscheidet nach großem Druck, Ko-Gastgeber Belarus das Turnier zu entziehen. Wie genau es mit der WM nun weitergeht, ist unklar.
          Der portugiesische Ministerpräsident António Costa und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 15. Januar in Lissabon

          EU-Staaten beraten : Impfzertifikate für Urlaubsreisen?

          Griechenland und Portugal wollen, dass Geimpfte schnell wieder in den Urlaub fahren dürfen. Außenminister Heiko Maas äußerte sich ähnlich. Doch in Brüssel rudert die Bundesregierung schon wieder zurück.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.