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Lehren aus Corona-Pandemie : Facebook will stärker gegen Klimawandel-Lügen vorgehen

Eine Pflanze auf einem trockenen Feld nahe Hannover. Bild: dpa

Nicht der „Schiedsrichter der Wahrheit“ sein: Das war lange das Credo von Facebook. In der Corona-Pandemie hat das Unternehmen davon Abstand genommen. Und verschärft nun auch die Maßnahmen gegen Falschnachrichten zum Klimawandel.

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          Facebook will stärker gegen Falschnachrichten und Mythen rund um den Klimawandel vorgehen. Das hat der Social-Media-Konzern am Mittwoch mitgeteilt und damit Berichte aus der vergangenen Woche bestätigt. Damit wendet das Unternehmen einige Maßnahmen, die es schon im Rahmen der Corona-Pandemie ergriffen hat, auch auf den Klimawandel an.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Wir beginnen damit, bestimmte Beiträge zum Klimawandel mit Hinweisen zu kennzeichnen, die Menschen auf das Klima-Informationszentrum verweisen“, schreibt eine Facebook-Sprecherin in der Mitteilung. „Damit wollen wir die Verbreitung von Falschinformationen rund um das Thema Klimawandel eindämmen.“ Zunächst soll die Funktion demnach in Großbritannien eingeführt werden, in den kommenden Wochen auch in Frankreich, Deutschland und in den Vereinigten Staaten.

          Das Klima-Informationszentrum hatte der Konzern nach anhaltender Kritik im vergangenen Herbst gestartet und sich dabei schon an den Corona-Informations-Maßnahmen orientiert. „Während der Covid-19-Pandemie haben wir gelernt, welche wichtige Rolle Facebook im Zuge einer globalen Krise zukommt, um den Menschen präzise und sachkundige Ratschläge und Informationen bereitzustellen“, hieß es im September in einer Mitteilung des Unternehmens. „Das Klima-Informationszentrum ist ein gesonderter Bereich auf Facebook mit Ressourcen der weltweit führenden Klimaforschungsorganisationen.“ Dort gebe es auch praktische Hinweise für den Klimaschutz im Alltag.

          Dieses Klima-Informationszentrum will der Konzern laut der Mitteilung vom Mittwoch nun durch einen Bereich ergänzen, „in dem die häufigsten Klima-Mythen entkräftet werden“. Dafür arbeite das Unternehmen mit Fachleuten verschiedener Universitäten zusammen.

          „Schiedsrichter der Wahrheit“

          Facebook sieht sich seit einigen Jahren der Kritik ausgesetzt, seine Plattform leiste der Verbreitung von Falschnachrichten und Verschwörungstheorien Vorschub. So gibt es Hinweise darauf, dass sich Falschnachrichten auf der Plattform schneller verbreiten als tatsächliche Nachrichten. Die Themenbereiche, für die diese Kritik erhoben wird, sind vielfältig: Sie reichen von Verschwörungstheorien um angebliche Kinderschänderringe in der politischen Elite, über Unterstellungen, die Corona-Pandemie sei erfunden, bis hin zu den vom ehemaligen amerikanischen Präsidenten Donald Trump verbreiteten Theorien zur angeblichen Wahlfälschung. Und eben zum Leugnen des menschengemachten Klimawandels.

          Der Konzern hatte sich lange dagegen gesträubt, gegen die Falschnachrichten vorzugehen. Vorstandschef und Gründer Mark Zuckerberg hatte immer wieder betont, Facebook könne und wolle nicht der „Schiedsrichter der Wahrheit“ sein. In der Corona-Pandemie hat der Konzern von dieser Haltung mehr und mehr Abstand genommen – unter anderem deshalb, weil es sich um gesundheitlich relevante Informationen handelt. In solchen Fällen erlaubt die amerikanische Regulierung den Plattformen ein stärkeres Einschreiten. Auch gegen die Theorien zur angeblichen Wahlfälschung ist der Konzern nach einigem Zögern vorgegangen.

          In der vergangenen Woche war der Konzern abermals in die Kritik geraten. Nach Streit um ein neues Mediengesetz in Australien, das Facebook verpflichten würde, Medienunternehmen für auf Facebook verbreitete Nachrichten zu entschädigen, hatte der Konzern sämtliche Nachrichtenseiten in Australien abgeschaltet. Die Folge war ein globaler Aufschrei. Inzwischen hat sich das Unternehmen mit der australischen Regierung auf einen Kompromiss geeinigt. Die Seiten werden wieder freigeschaltet.

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