https://www.faz.net/-gqe-9zi99

GIF-Plattform : Facebook will Giphy kaufen

  • -Aktualisiert am

Das große blaue F: Ein Facebook-Logo aus einem 3D-Drucker. Bild: Reuters

Zeit für neue Inhalte für Instagram, denkt sich wohl gerade Mark Zuckerberg. Der Facebook-Chef will die GIF-Plattform Giphy übernehmen. Und freut sich zugleich, dass ein angedachter Kauf in der Vergangenheit nichts geworden ist.

          1 Min.

          Facebook-Mitgründer Mark Zuckerberg ist trotz Corona-Lockdown schon wieder in Shopping-Laune. Für angeblich 400 Millionen Euro will der Milliardär nun die Plattform Giphy kaufen, eine Suchmaschine für animierte Bilder, sogenannte Gifs. Das berichtet die amerikanische Internetseite „Axios“. Die von den New Yorkern Jace Cooke und Alex Chung entwickelte Plattform Giphy ist 2013 online gegangen.

          Der Dienst finanziert sich über sogenannten Branded Content, also von Firmen bezahlte Inhalte. Für die Nutzer sind die Gifs kostenlos. Die meisten zeigen bekannte Szenen aus Filmen oder Serien mit verändertem, oft sarkastischem Text. Die kleinen Bilder und Videoschnipsel lassen sich über alle sozialen Medien verschicken – gerade auch über Instagram und Whatsapp, die beiden Netzwerke, die schon seit längerem zu Zuckerbergs Internet-Imperium gehören.

          Das dürfte auch der Hauptgrund für den geplanten Zukauf sein: Facebook-Chef Zuckerberg will damit besonders Instagram aufmöbeln. Die Übernahme des Bildernetzwerks und des Nachrichtendienstes Whatsapp war für Facebook ein voller Erfolg. Seit dem Kauf haben beide Plattformen deutlich an Wert gewonnen. Allerdings steht dem neuesten Coup von Facebook noch die kartellrechtliche Prüfung im Weg. Zwar ist der Preis im Vergleich zu Facebooks Marktwert niedrig, aber das soziale Netzwerk steht ohnehin schon unter Beobachtung der Kartellbehörden.

          Dass es manchmal besser sein kann, wenn ein Kauf nicht zustande kommt, zeigt die Erfahrung der Vergangenheit. Dan Rose, ein ehemaliger Top-Manager bei Facebook, erzählte am Freitag auf Twitter die Geschichte des Nicht-Kaufs von Deutschlands StudiVZ. Demnach hätten er und „Zuck“, wie er den Facebook-Chef nennt, für den Kauf gestimmt. Ein weltweites soziales Netzwerk ohne Deutschland schien den beiden „unvorstellbar“. Doch der Verleger Dieter von Holtzbrinck, dem das damals bei deutschen Studenten sehr gefragte Netzwerk gehörte, habe in letzter Sekunde den Verkauf an Facebook verhindert – aus Sorge, das Netzwerk nicht mehr nutzen zu können, um Leser auf seine Nachrichtenseiten zu locken.

          Es war eine Entscheidung, die Zuckerberg und Rose am Ende viele Millionen Euro Verlust ersparte. StudiVZ hatte der Konkurrenz aus Amerika nicht viel entgegenzusetzen und gehört längst der Geschichte an. Der Nachfolger „VZ“ versucht seit Ende April an alte Erfolge anzuschließen. Bislang jedoch mit mäßigem Erfolg.

          Weitere Themen

          Der Exodus

          Start des Facebook-Boykotts : Der Exodus

          Seit diesem Mittwoch läuft der Werbeboykott. Viele Unternehmen machen mit, auch Prinz Harry engagiert sich offenbar. Die Werbekunden stellen eine brisante Frage: Beschädigt Facebook-Werbung unsere Marke?

          Topmeldungen

          Auf der Suche nach Yves Etienne Rausch: Ein Polizeihubschrauber über dem Waldgebiet nördlich von Oppenau

          Flüchtiger bei Oppenau : „Der Wald ist sein Wohnzimmer“

          Noch immer wird er gesucht: Dass sich vier Polizisten von einem „Waldläufer“ überwältigen ließen, sorgt für Belustigung. Polizei und Staatsanwaltschaft haben daher am Dienstag noch einmal detailliert geschildert, wie es dazu kam.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.