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Großinvestition für Metaversum : Facebook will 10.000 Stellen in der EU schaffen

Teilnehmer vor einem Facebook-Logo auf einer Entwicklerkonferenz des Konzerns Bild: Reuters

Facebook verdreifacht seine Mitarbeiterzahl in der EU. Die neuen Angestellten sollen sich vor allem um den Aufbau des „Metaversums“ kümmern. Das könnte laut Zuckerberg der „Nachfolger des mobilen Internets“ sein.

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          Der amerikanische Internetkonzern Facebook will in der Europäischen Union in den kommenden fünf Jahren 10.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Das geht aus einer Mitteilung des sozialen Netzwerks hervor, die der F.A.Z. vorliegt. Dadurch wird sich die Zahl der Facebook-Angestellten in der EU – Großbritannien nicht mitgezählt – mehr als verdreifachen. Die neuen Stellen sollen demnach in einem Bereich entstehen, den Facebook-Gründer und -Vorstandschef Mark Zuckerberg unlängst als zentrales Wachstumsfeld ausgerufen hat und der sich um den Begriff „Metaversum“ dreht.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          Darunter versteht Facebooks Führung laut der aktuellen Mitteilung „eine neue Phase vernetzter, virtueller Erfahrungen“. Künftig sollten sich Onlineinter­aktionen noch stärker so anfühlen wie physischer Austausch zwischen Menschen, heißt es in dem Text, verfasst von Nick Clegg, Cheflobbyist des Konzerns und ehemaliger Vizepremier Großbritanniens, und Javier Olivan, der im Facebook-Vorstand für die wichtigsten Produkte des Konzerns zuständig ist.

          „Verkörpertes Internet“

          Die Idee eines Metaversums elektrisiert das Silicon Valley seit einigen Monaten. Zuckerberg äußerte sich im Juli in einem Interview mit dem Tech-Magazin The Verge ausführlich über das Konzept, das für ihn der „Nachfolger des mobilen Internets“ ist. Man könne es sich als ein „verkörpertes Internet“ vorstellen: Statt Inhalte wie im Internet nur anzusehen, würden die Menschen Teil des Metaversums. Dort könne man dann Dinge erleben, die in 2D nicht unbedingt möglich wären: „wie Tanzen zum Beispiel oder verschiedene Formen von Fitness“.

          Etwaige Kritikpunkte versucht der Konzern direkt zu entkräften. So wollen sowohl Zuckerberg in dem Interview als auch Clegg und Olivan in dem neuen Blogbeitrag Sorgen zerstreuen, Facebook könne zum Monopolisten des Metaversums werden. „Kein individuelles Unternehmen wird das Metaverse besitzen und betreiben“, heißt es in dem Blogbeitrag. Ein großer Teil des nächsten Facebook-Kapitels werde es sein, das Metaversum „in Partnerschaft mit vielen anderen Unternehmen, Creatorn und Entwicklern“ zu bauen, sagte Zuckerberg im Juli.

          „Großartiger Investitionsstandort“

          Der Social-Media-Riese steht zurzeit nach den Enthüllungen der Whistleblowerin und ehemaligen Facebook-Angestellten Frances Haugen und einem stundenlangen Ausfall all seiner Apps in der Öffentlichkeit und der Politik unter Druck. Einen Großteil der aktuellen Mitteilung nutzt der Konzern, um Europa als Standort ausdrücklich zu loben: Europa sei „für Facebook enorm wichtig“, und „wir sind seit langem davon überzeugt, dass europäische Talente Weltklasse sind“. Bei der Investition handle es sich deshalb um einen „Vertrauensbeweis für die Stärke der europäischen Tech-Industrie und das Potenzial europäischer Tech-Talente“, schreiben Clegg und Olivan.

          Die EU spiele eine wichtige Rolle in der Regulierung des Internets und verankere Werte wie Meinungsäußerung, Datenschutz oder Transparenz im Netzalltag. „Facebook teilt diese Werte, und wir haben in den letzten Jahren viel getan, um sie zu verteidigen.“ Die EU habe viele Vorzüge, „die sie zu einem großartigen Investitionsstandort für Technologieunternehmen machen: einen großen Verbrauchermarkt, erstklassige Universitäten und vor allem hochqualifizierte Talente“, schreiben die beiden Facebook-Manager und verweisen etwa auf die Entwicklung des mRNA-Impfstoffs, den Aufstieg der Fintechs oder Entwicklungen in einigen europäischen Ländern.

          Diverse US-Konzerne haben hohe Investitionen in Europa angekündigt. Amazon baut auf dem gesamten Kontinent Logistikzentren und investiert in Forschungsstandorte. Google gab erst vor wenigen Wochen bekannt, ungefähr eine Milliarde Euro vor allem in neue Cloud-Infrastruktur in Deutschland zu investieren.

          Facebook beschäftigt auf der ganzen Welt inzwischen mehr als 60 000 Mitarbeiter. Allein in den Jahren 2019 und 2020 stieg die Zahl der Angestellten um knapp 14.000 von 45.000 auf knapp 59.000 Mitarbeiter.

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