https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/facebook-werbeboykott-wenn-s-um-geld-geht-16838505.html

Facebook-Werbeboykott : Wenn‘s um Geld geht

  • -Aktualisiert am

Ein Starbucks am neuen Black-Lives-Matter-Plaza in Washington D.C. Bild: Picture-Alliance

Seit langem werden die Sozialen Medien kritisiert, sie würden die Gesellschaft spalten. Das konnte ihnen wenig anhaben. Dem Boykott-Aufruf ist nun aber etwas Bemerkenswertes gelungen.

          1 Min.

          Jetzt geht es ans Geld. Seit langem werden die Sozialen Medien dafür angeprangert, dass sie zu einer gesellschaftlichen Polarisierung beitragen würden. Bisher konnte ihnen das wirtschaftlich herzlich wenig anhaben. Die Umsätze steigen und steigen, denn die Werbekunden halten ihnen die Treue.

          Nun aber ist den amerikanischen Bürgerrechtsorganisationen, die vor knapp zwei Wochen zum Boykott gegen Facebook aufgerufen haben, etwas Bemerkenswertes gelungen, denn sie haben den Spieß umgedreht: Nicht werben ist auch werben. Oder technischer ausgedrückt: Die Berichterstattung über den Werbeboykott ist für einige Marken so viel wert, dass es betriebswirtschaftlich sinnvoll sein kann, die Sozialen Medien zu boykottieren.

          Das muss gar nicht bedeuten, dass man den beteiligten Unternehmen unterstellt, dass sie es nicht ernst meinen mit ihren Forderungen nach strengeren Maßnahmen der Plattformen gegen Hassrede. Doch es fällt leichter, für ein paar Monate auf die zielgenaue Werbung in den Sozialen Medien zu verzichten, wenn gleichzeitig das Image zulegt. Die Reaktion von Facebook zeigt, dass der Boykott kurzfristig wirkungsvoll ist. Am langfristigen Trend zur Digitalwerbung wird all das aber nichts ändern.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping am 30. Juni in Hongkong

          Xi Jinping zu Besuch : Polizeistaat Hongkong

          China kann die einst liberale Stadt Hongkong nur mit Zwang integrieren. Das sagt etwas über die Strahlkraft des chinesischen Entwicklungsmodells.
          In nur zehn Minuten beim Kunden: Das Start-up Gorillas bietet Lebensmittel per Lieferdienst

          Unprofitables Liefergeschäft : Es wird eng für Gorillas

          Lebensmittel in zehn Minuten – dieses Geschäftsmodell hat der Lieferdienst etabliert. Doch nun könnte ihm das Geld ausgehen. Hinter den Kulissen wird offenbar an einem Verkauf des Unternehmens gearbeitet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.