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Mit mehr als 150 Unternehmen : Soziales Netzwerk teilte Daten ohne Wissen der Nutzer

Facebook steht massiv in der Kritik. Bild: AFP

Der nächste Datenskandal bringt Facebook in die Defensive. Das Unternehmen verteidigt sich, gesteht aber Fehler ein. Dennoch könnten jetzt die Aufsichtsbehörden einschreiten.

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          Facebook hat Nutzerdaten mit mehr als 150 Unternehmen geteilt, ohne dass Nutzer davon wussten oder dem zugestimmt hätten. Das ist das Ergebnis einer Recherche der New York Times, die die amerikanische Tageszeitung am Mittwoch veröffentlicht hat.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Facebook schloss von 2010 an Verträge mit den Unternehmen, die diesen weitreichenden Zugang zu Nutzerdaten gaben. All diese Verträge waren 2017 noch gültig, einige auch in diesem Jahr noch – obwohl Facebook versichert hatte, diese Kooperationen gekündigt zu haben, heißt es in dem Artikel.

          Nutzer der Suchmaschine Bing hätten beispielsweise fast alle Freunde eines Facebook-Nutzers einsehen können. Netflix und Spotify sollen Zugang zu den privaten Nachrichten von Facebooknutzern gehabt haben. Amazon konnte auf Nutzernamen und Kontaktdaten zugreifen. Yahoo konnte einsehen, welche Posts Freunde eines Nutzers auf Facebook geteilt hatten.

          Facebook verteidigt sich

          Facebook verteidigte sich in einem Blogbeitrag gegen die Vorwürfe. Das Unternehmen habe die Zustimmung der Nutzer einholt. Außerdem sei es Nutzern durch die Kooperationen möglich gewesen, Facebook von anderen Geräten und Plattformen aus zu erreichen und Empfehlungen von Facebook-Freunden zu erhalten. Die Kooperationen mit den Unternehmen seien bekannt gewesen und viele Nutzer hätten die Funktionen verwendet.

          Beispielsweise hätten Spotify-Nutzer in der Spotify-App mit ihren Facebook-Freunden chatten können. Dafür sei es notwendig gewesen, Spotify Zugang zu den Nachrichten des Facebook-Chats zu geben. Zudem seien die meisten dieser Kooperationen 2014 beendet worden. Einige würden aber nach wie vor laufen. Das Unternehmen räumt ein, dass es die Verträge schneller hätte kündigen sollen.

          Auch Netflix reagiert auf die Berichte. „Zu keinem Zeitpunkt haben wir auf private Nachrichten von Personen auf Facebook zugegriffen oder um die Möglichkeit dazu gebeten“, heißt es in einem Statement. Dort schreibt das Unternehmen, es habe 2014 eine Funktion eingebaut, mit der Nutzer über den Chatdienst Facebook-Messenger ihren Facebook-Freunden Serien und Filme empfehlen konnten. Weil die Funktion nicht beliebt gewesen sei, habe man sie 2015 wieder abgeschaltet.

          Konflikt mit Behörden?

          Der Fall könnte auch die amerikanischen Behörden interessieren. Die zuständige Aufsichtsbehörde, die amerikanische Handelskommission FTC, hatte 2011 eine Vereinbarung mit Facebook geschlossen, die das Unternehmen verpflichtete, die Privatsphäre der Nutzer besser zu schützen und sie besser darüber zu informieren, wie es ihre Daten teilt.

          David Vladec, ehemaliger Leiter der Verbraucherschutzabteilung der FTC, äußerte sich kritisch über die Enthüllungen. Er sagte, er verstehe nicht, wie diese Datenweitergabe, die ohne Zustimmung der Nutzer erfolgte, durch die Vereinbarung gerechtfertigt werden könne. Ein anderer ehemaliger FTC-Angestellter sagte, die Verträge mit den Unternehmen hätten vermutlich gegen die FTC-Vereinbarung verstoßen.

          Facebook stand in den vergangenen Monaten immer wieder in der Kritik. Mitte November war ebenfalls durch eine Recherche der New York Times bekanntgeworden, dass Facebook versucht hatte, gekaufte Nachrichtenartikel zu plazieren und damit sein Image zu verbessern. Zudem attackierten die von Facebook gesponserten Artikel den amerikanischen Milliardär George Soros, der von der amerikanischen Rechten häufig als Drahtzieher von Demonstrationen und politischen Bewegungen im linken Spektrum gesehen wird.

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