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AggregateIQ : Facebook suspendiert weiteres Datenanalyse-Unternehmen

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Whistleblower Christopher Wylie hat den Datenmissbrauch von Cambridge Analytica öffentlich gemacht. Bild: Reuters

Das kanadische Unternehmen AggregateIQ soll der Brexit-Kampagne erfolgreich Schub gegeben haben. Jetzt beendet Facebook die Zusammenarbeit – weil es eng mit Cambridge Analytica zusammengearbeitet haben soll.

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          Im Facebook-Datenskandal hat das Online-Netzwerk eine weitere Firma suspendiert, die eine Rolle beim Brexit-Referendum gespielt hatte. Bei dem kanadischen Datenanalyse-Anbieter AggregateIQ hatten die Befürworter des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union mehrere Millionen Pfund ausgegeben. Ein Facebook-Sprecher erklärte am Wochenende, Auslöser für die vorläufige Suspendierung seien jüngste Berichte über Verbindungen zwischen AggregateIQ und der Muttergesellschaft der Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica, SGL.

          Cambridge Analytica hatte von einem App-Entwickler unerlaubterweise Informationen von Dutzenden Millionen Facebook-Nutzern bekommen, die er über eine Umfrage eingesammelt hatte. Nach Berechnungen von Facebook könnten davon insgesamt bis zu 87 Millionen Nutzer betroffen sein, davon knapp 310.000 in Deutschland.

          Cambridge Analytica erklärte, man habe Datensätze zu 30 Millionen Nutzern erhalten. Der als Informant auftretende frühere Cambridge-Analytica-Mitarbeiter Christopher Wylie, dessen Enthüllungen den aktuellen Datenskandal ausgelöst hatten, hatte auch von enger Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen berichtet.

          AggregateIQ hat laut „Guardian“ im Brexit-Wahlkampf mit der „Vote-Leave“-Kampagne zusammengearbeitet. Sie wurde vom heutigen britischen Außenminister Boris Johnson engagiert und soll 6,8 Millionen Pfund (7,8 Millionen Euro) erhalten haben, davon einen Teil aus Steuermitteln. Bis vor kurzem schmückte sich das Unternehmen auf seiner Webseite mit einem Zitat des Vote-Leave-Wahlkampfleiters Dominic Cummings: „Ohne Zweifel schuldet die Vote-Leave-Kampagne einen großen Teil ihres Erfolgs der Arbeit von AggregateIQ, ohne sie hätten wir es nicht schaffen können.“

          Unklar ist bislang, ob es einen Datenaustausch zwischen AggregateIQ und Cambridge Analytica gegeben hat. AggregateIQ bestreitet auf seiner Internetseite, einen gemeinsamen Vertrag abgeschlossen zu haben. Auch Whistleblower Christopher Wylie habe nie für das AggregateIQ gearbeitet.

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