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Facebook-Kommentar : Alles andere als abschreckend

Sheryl Sandberg war gerade in Europa, um gute Stimmung für Facebook zu machen. Bild: Reuters

Rekordgewinn und wachsende Nutzerzahlen: Das größte soziale Netzwerk der Welt legt überzeugende Zahlen vor. Sie helfen auch dem Duo an der Spitze.

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          In welchem Zustand befindet sich Facebook? Die Kritik am größten sozialen Netzwerk der Welt ist groß, kein anderer Technologiekonzern steht so sehr im Fokus der Öffentlichkeit: Es geht um Hasskommentare, das Teilen von Daten, politische Einflussnahme autoritärer Staaten. In dieser Woche dann gelangte eine Projekt in die Schlagzeilen, innerhalb dessen Facebook auch Jugendlichen monatlich Geld zahlte, um genau verfolgen zu können, wie sie ihr Smartphone verwenden. Ökonomen, Aktivisten und Politiker plädieren für strengere Regeln für soziale Netzwerke, manche fordern gar, Facebook zu zerschlagen – in das Kernangebot und die beiden Dienste Whatsapp und Instagram.

          Oft hat Gründer Mark Zuckerberg in der jüngeren Vergangenheit angekündigt, künftig vieles besser machen zu wollen. „Ohne Frage waren die vergangenen Jahre schwer für Facebook. Wir haben unsere Fehler zugegeben – und wir hören zu, lernen und machen echte Fortschritte“, sagte Sheryl Sandberg, die Nummer zwei des Unternehmens, unlängst der F.A.S., und sie versicherte: „Wir sind nicht dasselbe Unternehmen, das wir im Jahr 2016 waren oder auch nur vor einem Jahr.“

          Gerade sie, die seit einem Jahrzehnt die Geschicke am Sitz im kalifornischen Menlo Park mitlenkt und maßgeblich dazu beitrug, ein profitables Werbegeschäft aufzubauen, steht derzeit unter Druck. Wird sie Facebook (freiwillig) verlassen, damit das Unternehmen mit einem neuen Gesicht an der Spitze verloren gegangenes Vertrauen wieder herstellen kann?

          Wenn einer des Führungsduos geht, dann eher sie als der Miteigentümer Zuckerberg, der weiterhin die Mehrheit der Stimmrechte hält, lautet die Logik dahinter. „Mark und ich haben dieses Unternehmen gemeinsam aufgebaut, und wir fühlen eine tiefe Verantwortung, unsere Herausforderungen gemeinsam energisch anzugehen“, sagte Sandberg dazu in der F.A.S. – eine deutliche Haltung.

          Die Geschäftszahlen, die Facebook nun vorgelegt hat, kommen ihr und Zuckerberg jedenfalls gelegen. Mitten in die Negativ-Schlagzeilen platzt das Unternehmen mit einem Rekordgewinn in Höhe von 6,9 Milliarden Dollar hinein, 61 Prozent mehr als vor einem Jahr. Nachbörslich stieg der Aktienkurs um mehr als 10 Prozent – und neutralisierte damit einen Teil der erheblichen Kursverluste seit dem vergangenen Sommer. Neben dieser Kennziffer überzeugte zudem, dass die Nutzerzahlen gerade in Europa nicht weiter zurückgehen, sondern zugelegt haben: Von 278 auf 282 Millionen.

          Die Facebook-Werbemaschinerie, das zeigen diese Zahlen, läuft auf Hochtouren. Dem Netzwerk gelingt offenkundig immer besser, zielgenau Anzeigen zu schalten, die seine Nutzer sehen möchten. Werbetreibende wiederum scheinen alles andere als abgeschreckt zu sein von dem öffentlichen Licht, in dem Facebook derzeit dasteht.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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