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Facebook : Raus aus dem Büßergewand

  • -Aktualisiert am

Facebook-Chef Mark Zuckerberg (hier Mitte April in Kalifornien): Mit den neuen Quartalszahlen im Rücken will Zuckerberg wieder in die Offensive gehen. Bild: dpa

Neue Nutzer, wachsender Umsatz – die Quartalszahlen von Facebook sind hervorragend. Trotz Datenskandal. Mark Zuckerberg lässt sich eine solche Gelegenheit nicht entgehen. Ein Kommentar.

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          Mark Zuckerberg hat offenbar genug davon, den Büßer zu spielen. Bei der Vorlage von Quartalszahlen gab sich der Vorstandsvorsitzende von Facebook zwar einerseits wie schon so oft in den vergangenen Wochen reumütig. Er gestand, nicht genug gegen den Missbrauch seines sozialen Netzwerks durch zwielichtige Akteure getan zu haben und sprach einmal mehr von der Erkenntnis, dass sein Unternehmen mehr Verantwortung tragen müsse. Aber er nahm die glänzenden Zahlen auch zum Anlass, in die Offensive zu gehen.

          Er machte klar, Facebook werde jenseits aller zusätzlicher Anstrengungen zum Säubern der Plattform nicht vergessen, wie gewohnt in sein Geschäft zu investieren. Das Unternehmen blickt also nach vorne und will sich von den momentanen Aufräumarbeiten nicht allzu sehr ablenken lassen. Das ist eine Botschaft, die an der Börse gewiss sehr gerne gehört wird. Und Zuckerberg kann sie mit Geschäftsergebnissen untermauern, in denen die jüngste Datenaffäre sich nicht negativ bemerkbar gemacht hat.

          Diese Zahlen sind noch kein endgültiger Beleg dafür, dass Nutzer und Anzeigenkunden Facebook trotz der Kontroverse treu bleiben werden. Die Enthüllungen kamen erst kurz vor Quartalsende, außerdem gibt das Unternehmen selbst zu, dass sich die Lage im zweiten Quartal ändern und die dann in Europa in Kraft tretende Datenschutzgrundverordnung Nutzer in der Region kosten könnte. Aber Zuckerberg fühlt sich offenbar ermutigt, wieder selbstbewusste und angriffslustige Töne anzuschlagen.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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