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Trump gegen soziale Medien : Facebook-Mitarbeiter unzufrieden mit Mark Zuckerberg

Hat sich im Streit zwischen Twitter und Trump zunächst hinter den Präsidenten gestellt. Bild: AP

Während Twitter Äußerungen des amerikanischen Präsidenten markierte, unternahm das größte soziale Netzwerk der Welt nichts. Das gefällt nicht jedem im Unternehmen.

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          Mark Zuckerberg gerät wegen des Umgangs mit Äußerungen von Donald Trump auf seinen Plattformen weiter in Erklärungsnot. Während der Kurznachrichtendienst Twitter in der vergangenen Woche mehrere Einträge des amerikanischen Präsidenten mit Warnhinweisen versehen hat, ließ das von Zuckerberg geführte soziale Netzwerk diese Äußerungen unberührt stehen, und mehrere Facebook-Mitarbeiter haben öffentlich Unmut geäußert.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          „Ich bin ein Facebook-Mitarbeiter, der mit Marks Entscheidung, nichts gegen Trumps jüngste Einträge zu tun, komplett nicht übereinstimmt,“ hieß es in einem Twitter-Eintrag. Ein anderer Mitarbeiter schrieb, er sei „nicht stolz“ darauf, wie Facebook sich derzeit verhalte, und den meisten seiner Kollegen gehe es genauso. Am Montag legten nach einem Bericht der „New York Times“ mehrere Hundert Facebook-Mitarbeiter die Arbeit nieder und nahmen an einem virtuellen Streit teil.

          In der vergangenen Woche hatte Twitter zunächst zwei Tweets, in denen Trump über das angebliche Betrugspotential von Briefwahlen sprach, als nicht wahrheitsgemäß markiert. Am Freitag versah Twitter einen Eintrag von Trump zu den jüngsten Ausschreitungen in Minneapolis wegen Verstoßes gegen Regen zu „Gewaltverherrlichung“ mit einem Warnhinweis. Der Präsident drohte dabei Demonstranten mit Gewalt, indem er schrieb: „Beginnt das Plündern, beginnt das Schießen.“

          Das Eingreifen von Twitter wurde von Trump scharf kritisiert. Der Präsident unterzeichnete am Donnerstag auch eine Anordnung, die darauf abzielt, ein Gesetz zu ändern, das Internetkonzerne bislang weitgehend von der juristischen Verantwortung für Inhalte auf ihren Plattformen befreit. Facebook ließ die umstrittenen Einträge auf seiner Seite, allerdings sah sich Zuckerberg gezwungen, seine Position zu verteidigen, und übte dabei auch Kritik an Trump. Am Freitag schrieb er auf seiner Facebook-Seite, er habe den ganzen Tag mit sich gekämpft, wie er mit Trumps Äußerungen umgehen solle, und er selbst habe „eine tiefsitzende negative Reaktion auf diese Art von spalterische und aufrührerische Rhetorik“.

          Gleichwohl habe sich das Unternehmen dazu entschieden, die Äußerungen auf seiner Seite zu lassen, weil es der Auffassung sei, die Menschen sollten wissen, wenn die Regierung Gewalt einsetzen wolle. Die Online-Publikation „Axios“ berichtete, Zuckerberg habe am Freitag auch mit Trump persönlich telefoniert. Er habe ihm dabei gesagt, dass er nicht mit dessen Äußerungen übereinstimme und dass die Wortwahl Facebook in eine schwierige Position bringe.

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