https://www.faz.net/-gqe-a3xiv

Facebook-Manager im Gespräch : „Apple agiert wie ein Türsteher des iPhones“

David Fischer, Chief Revenue Officer bei Facebook, während seiner DMEXCO-Rede Bild: Facebook

David Fischer hat das Werbegeschäft von Facebook aufgebaut und leitet es bis heute. Im Gespräch stellt er sich als Vertreter der Interessen kleiner Betriebe dar – und bekräftigt: „Facebook droht nicht mit dem Rückzug aus Europa.“

          3 Min.

          David Fischer hat schon viele Kämpfe ausgefochten: Seit zehn Jahren ist er bei Facebook und wohl einer der erfolgreichsten Werbemanager der Geschichte. Denn Fischer hat das Werbegeschäft des Konzerns aufgebaut, leitet es bis heute als Chief Revenue Officer. Aktuell hat er wieder an vielen Fronten zu kämpfen. An der einen tut sich seit langem wenig, spätestens seit dem Cambridge-Analytica-Skandal rund um die amerikanischen Präsidentschaftswahlen steht Facebooks werbebasiertes Geschäftsmodell im Kreuzfeuer: Es mache die Menschen abhängig, weil Facebook seine Algorithmen so gestalte, dass sie möglichst viel Zeit auf der Plattform verbringen, damit das Unternehmen ihnen möglichst viel Werbung anzeigen kann. Und es sorge dafür, dass sich Falschnachrichten auf der Plattform schneller verbreiteten als echte Nachrichten, weil Nutzer mit diesen stärker interagierten.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          Fischer räumt zwar Fehler ein, man müsse das Vertrauen zurückgewinnen. Aber er findet auch, dass die Vorteile zu wenig gesehen werden: 180 Millionen Unternehmen würden auf Produkte von Facebook setzen, das Geschäftsmodell nütze vielen kleinen Unternehmen, die sich die Werbung auf der Plattform im Gegensatz etwa zu Fernsehwerbung leisten könnten. Und er könnte zwar ein Abo bezahlen, viele Nutzer aber nicht. Deshalb bekräftigt er: „Wir kämpfen intensiv dafür, unser Geschäftsmodell zu schützen. Das ermöglicht es Unternehmen, die richtige Zielgruppe zu erreichen.“ Das habe man bisher nicht gut kommuniziert. Nicht jeder müsse verstehen, wie Facebook Geld verdiene. „Aber ich glaube, Entscheidungsträger sollten das.“ Bisher sieht er das offenbar nicht als gegeben an. Das Geschäftsmodell zu attackieren könne Wachstum und Innovationen gefährden. Zudem habe sein Unternehmen auf die Kritik reagiert: „Wir haben die Art und Weise, wie wir unsere Metriken und Ziele messen, geändert. Anstatt uns auf die Nutzungsdauer zu konzentrieren, legen wir nun den Fokus auf das Engagement. Wichtiger als die Dauer ist die Qualität der Zeit, die die Nutzer auf unserer Plattform verbringen.“

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Des akademischen Gesinnungsdrucks überdrüssig: Jordan B. Peterson

          Jordan Peterson : Wokeness oder Wahrheit, das ist die Frage

          Jordan Peterson ist einer der bekanntesten Kritiker der politischen Korrektheit. Jetzt gibt er seine Professur an der Universität von Toronto wegen Gesinnungsdrucks auf. Was bedeutet das? Ein Gastbeitrag.