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Investitionsrekord : Deutsche Start-ups erhalten so viel Geld wie noch nie

Early Stage oder Later Stage? Hinweisschild auf der Digital-Konferenz Next Berlin. Bild: dpa

Jungunternehmen aus Deutschland haben im vergangenen Jahr so viel Kapital eingenommen wie nie zuvor. Fintechs und Mobilitäts-Start-ups boomen. Der Wermutstropfen ist, woher das Geld kommt.

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          Vornehmlich ausländische Geldgeber haben dafür gesorgt, dass deutsche Jungunternehmen im vergangenen Jahr so viel Kapital erhalten haben wie nie zuvor. Dem „Start-up Barometer“ der Beratungsgesellschaft EY zufolge erhielten sie zusammengenommen 6,2 Milliarden Euro.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das ist ein sprunghafter Anstieg um mehr als ein Drittel, nachdem 2018 insgesamt 4,6 Milliarden investiert wurden. Im Jahr davor war das Investitionsvolumen kaum gewachsen.

          Insgesamt gab es 704 Finanzierungsrunden im vergangenen Jahr, auch das ist ein neuer Rekord. Die größte Finanzierung des vergangenen Jahres strich das Münchner Start-up Flixmobility ein, das hinter den grünen Fernbussen von Flixbus steht. Es erhielt 500 Millionen Euro von Investoren.

          Knapp dahinter folgt mit 428 Millionen Euro die Finanzierung des Berliner Reise-Start-ups Get Your Guide, das Ausflüge vermittelt und in Branchenkreisen immer wieder als baldiger Börsenkandidat gehandelt wird. Auf dem dritten Platz folgt mit 361 Millionen Euro die Berliner Gebrauchtwagenplattform Frontier Car Group.

          München ist das zweite Berlin

          Auch wenn EY zufolge auch deutsche Risikokapitalgeber neue Fonds auflegten, kommt der Großteil des investierten Kapitals aus dem Ausland. Für den Investitionsrekord hätten vor allem einige sehr große Finanzierungen vornehmlich ausländischer Geldgeber gesorgt, sagte EY-Deutschland-Chef Hubert Barth.

          „Es ist sehr viel und ausreichend Liquidität im Markt – mit weiterhin stark ansteigender Tendenz“, führte EY-Partner Peter Lennartz aus. „Finanzstarke und überwiegend international tätige Investoren aus den USA, Großbritannien sowie Asien sind insbesondere an sehr großen Transaktionen interessiert, auch weil die Bewertungen in Europa im Vergleich zum Silicon Valley noch relativ günstig sind.“

          Start-ups, die neue Arten der Mobilität entwickeln, stehen bei den Investoren am höchsten im Kurs. Angesichts der beiden großen Finanzierungsrunden für Flixmobility und Get Your Guide floss mit zusammen 1,6 Milliarden Euro das meiste Geld in diese Branche.

          Dahinter folgen Fintechs und Software-Unternehmen mit 1,3 und 1,2 Milliarden Euro auf den Plätzen zwei und drei. Der in den vergangenen Jahren prominente Internethandel unter den Stichwort E-Commerce kam mit 730 Millionen Euro nur noch auf Rang vier. Im Bereich der Finanz-Start-ups rechnen Fachleute bald mit einer Konsolidierungswelle, da es in dieser Branche ein Überangebot gebe.

          Örtlich bleibt Berlin die deutsche Start-up-Hochburg, mit 3,7 Milliarden Euro floss das meiste Kapital dorthin. Stärker wuchsen aber die Investitionen in Bayern, wohin 1,55 Milliarden gingen. Bayern habe sich mit München in den vergangenen Jahren durch High-Tech-Qualitäten als „zweiter, auch international anerkannter deutscher Start-up Standort“ etabliert, sagte Lennartz.

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