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Allzweckladekabel : Ein Ladekabel für alle Geräte

Oval und ohne Rillen: So sieht der USB-C-Anschluss aus. Bild: Picture Alliance

Für drei Geräte drei verschiedene Ladegeräte mitnehmen zu müssen, hat ab übernächstem Jahr hoffentlich ein Ende: Dann schreibt die EU einheitlich den USB-C-Anschluss vor. Doch inzwischen ist die Technik weitergegangen.

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          Die Europäer können ihre Smartphones, Tabletcomputer, E-Reader, Digitalkameras oder Navigationsgeräte künftig mit einem „Allzweckkabel“ laden. Von Mitte 2024 an dürfen die Hersteller diese Geräte nur noch mit dem inzwischen schon weit verbreiteten, ovalen sogenannten USB-C-Anschluss verkaufen. Darauf haben sich am Dienstag in Straßburg Unterhändler von Europaparlament und dem Ministerrat der EU-Staaten geeinigt.

          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Die Vorgaben gelten auch für Kopfhörer, tragbare Lautsprecher, Smartwatches und Videokonsolen. Für Laptops ist aus technischen Gründen eine längere Übergangsfrist vorgesehen. Für sie können die Hersteller noch bis Ende 2025 andere Anschlüsse als den USB-C-Anschluss zum Laden nutzen. „Das bedeutet das Ende des Kabelsalats in unseren Schubladen und weniger Ressourcenverbrauch“, sagte die Abgeordnete Anna Cavazzini (Grüne).

          Das Laden per Mikro-USB oder mit den sogenannten Lightning-Anschlüssen vom iPhone-Unternehmen Apple gehört damit zumindest in der EU der Geschichte an. Nachdem es vor einem Jahrzehnt noch ungefähr 30 Ladeformate gab, sind inzwischen wegen des jahrelangen Drucks der EU nur noch diese übrig geblieben. Dennoch hatte die Europäische Kommission im September 2021 ein EU-Gesetz vorgelegt, um das einheitliche Laden zu erzwingen.

          Widerstand gab es nur noch von Apple

          Gegen das Allzweckladekabel hat sich zuletzt eigentlich nur noch Apple gesperrt, weil es seine Lightning-Anschlüsse für technisch überlegen hält. Die von den EU-Parlament und Mitgliedstaaten erzielte Einigung sieht auch Mindeststandards für die Ladegeräte vor. So soll etwa sichergestellt werden, dass es beim Schnellladen keine Unterschiede gibt, unabhängig davon welches Kabel die Verbraucher nutzen.

          Die Hersteller werden zudem verpflichtet, ihre Geräte ohne Ladekabel anzubieten, damit die Käufer nicht weitere Kabel anhäufen. Ein Verbot des Verkaufs neuer Elektrogeräte mit Ladekabel ist aber anders als von den Grünen im Europaparlament gefordert nicht vorgesehen. Die neuen Vorgaben würden dazu führen, dass Ladegeräte länger verwendet würden und so den Verbrauchern helfen, bis zu 250 Millionen Euro im Jahr zu sparen, teilte das Europäische Parlament mit. Ausrangierte Ladegeräte verursachten nach Schätzungen ungefähr 11.000 Tonnen Elektroschrott im Jahr.

          Da sich inzwischen das kabellose Laden immer stärker ausbreitet, greift die Einigung auch das Thema auf. Das Europaparlament hatte darauf gedrungen, dass die EU-Kommission bis 2026 einen einheitlichen Standard für kabelloses Laden vorschlägt, um zu verhindern, dass dem Nebeneinander verschiedener Ladekabel ein Nebeneinander verschiedener kabelloser Ladestationen folgt.

          Die Kommission wird verpflichtet, bis 2024 den Auftrag für die Entwicklung eines einheitlichen Standards dafür zu erteilen. Dazu, bis wann der Standard vorliegen muss und ob er dann für alle Hersteller verpflichtend wird, macht der jetzt vereinbarte Kompromiss keine Vorgaben. Europaparlament und Ministerrat müssen die Einigung noch offiziell annehmen. Das ist aber wohl Formsache.

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