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Internetaffine Staaten : Lernen von Estlands digitaler Lässigkeit

  • -Aktualisiert am

Kleiner Staat, großes IT-Vorbild: Estland mit seiner Hauptstadt Tallinn Bild: Frank Röth

Das kleine Land ist in Sachen Internet Vorreiter: etwa mit elektronischen Klassenbüchern oder vorgeplanter IT-Sicherheit bis 2030. Warum tun wir uns eigentlich so schwer in Deutschland?

          6 Min.

          Estland ist für internetaffine Menschen ein Sehnsuchtsort. Er wird oft als Vergleich herangezogen, ähnlich wie etwa Israel, wann immer eine Internetseite mal wieder im Schneckentempo lädt oder sonst ein Indiz stotternder Digitalisierung auftritt. Vom EU-Gipfel in Tallinn heimkehrende Bundespolitiker warfen sich im vergangenen Jahr geradezu öffentlich in den Staub, angesichts der baltischen Modernität. Spricht man mit estnischen Frontläufern der Digitalisierung, ahnt man, was dort vorhanden ist – und was bei uns fehlt.

          Der vielleicht wichtigste Faktor ist nach Ansicht mehrerer estnischer Unternehmer die umfassende digitale Registrierung aller Menschen: Sie verleiht allen Esten – es sind nur 1,3 Millionen – eine Online-Identität. Schon bei der Geburt wird den Babys ihre digitale Identität verliehen. Mit ihr können die Bewohner Tallinns den öffentlichen Nahverkehr gratis nutzen, sagte kürzlich Mart Laanemäe in Berlin. „Jeder muss sich identifizieren – offline haben Sie mehr Möglichkeiten, sich zu verstecken“, sagte der estnische Botschafter. Inzwischen können sich auch ausländische Unternehmer eine estnische Identität besorgen.

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