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Auswirkungen von DSGVO : Amerikanische Medien sperren europäische Leser aus

  • Aktualisiert am

Datenschutz ist in der EU ein Grundrecht. Bild: dpa

Durch die DSGVO müssen unter anderem Daten, die nicht zweckgebunden sind, gelöscht werden. Einige amerikanische Medien wollen da nicht mitmachen – und haben sich drei Wege ausgedacht, dem neuen Gesetz zu entgehen.

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          Die einen merken es an der Flut von E-Mails im Postfach, andere, weil sie nicht auf Webseiten amerikanischer Medien zugreifen können: Die Datenschutz-Grundverordnung ist da – und einige Nachrichtenportale aus den Vereinigten Staaten haben ihre ganz eigene Art darauf zu reagieren:

          Die „Baltimore Sun“, „New York Daily News“, „Los Angeles Times“, „Chicago Tribune“ oder „San Diego Union-Tribune“ lassen beispielsweise gar keinen Zugriff mehr auf ihre Seiten zu.

          Sie gehören zum Verleger Tronc, der auch weitere kleinere Lokalzeitungen in den Vereinigten Staaten herausgibt. Man arbeite zwar noch weiter an technischen Lösungen, um die neuen Vorschriften umzusetzen, teilt der Verleger Tronc beim Ansteuern der Website von Europa aus mit.

          Kostenlose Versionen sind eingeschränkt

          Nähere Details dazu, wo die Probleme liegen, gab es jedoch nicht. Unklar ist auch, wann europäische Benutzer wieder auf die Seite zugreifen können.

          Andere Medien, wie die Washington Post, machen ein Geschäft aus dem neuen europäischen Gesetz. Neben dem „Basisabonnement“, das sechs Dollar pro Woche kostet, können Benutzer auch eine „Premium EU Subscripton“ abschließen, die neun Dollar pro Woche kosten soll – also einen Aufpreis von 50 Prozent bedeuten. Nur damit soll der Besuch der Webseite den EU-Richtlinien entsprechen.

          EU-Bürger müssen aber nicht zwangsläufig für den Besuch der Webseite bezahlen. Eine kostenlose Version mit einer Begrenzung auf wenige freie Artikel pro Monat ist dann erreichbar, wenn der Nutzer den Cookie-Hinweis akzeptiert und den Datenschutzbestimmungen zustimmt.

          Versucht ein Nutzer mit Sitz in Europa die Seite der „Los Angeles Times“ aufzurufen, erscheint diese Anzeige.
          Versucht ein Nutzer mit Sitz in Europa die Seite der „Los Angeles Times“ aufzurufen, erscheint diese Anzeige. : Bild: LA Times/F.A.Z.

          Einen dritten Weg hat sich „USA Today“ ausgedacht. EU-Nutzer werden auf eine Art Unterseite weitergeleitet, die jeden mit „Welcome to USA Today Network's European Union experience“ begrüßt. Dort werden zwar keine persönlichen Daten gesammelt, das Angebot, das die Seite bietet, ist allerdings dementsprechend verkleinert und erinnert eher an einen Nachrichtenticker.

          Andrea Jelinek, Chefin des EU-Datenschutzausschusses, kritisiert das Vorgehen der amerikanischen Medien. „Die neue Verordnung ist nicht einfach vom Himmel gefallen“, zitiert sie die New York Times. „Es hat genug Zeit gegeben, sich darauf vorzubereiten.“

          Die Datenschutz-Grundverordnung, die nach einer zweijährigen Übergangsfrist greift, sieht unter anderem vor, dass Daten, die für den ursprünglichen Zweck der Speicherung nicht mehr benötigt werden, gelöscht werden.

          Außerdem müssen Verbraucher fortan darüber informiert werden, wer Daten wie Name, Adresse, E-Mail-Adresse und Ausweisnummer aus welchem Grund sammelt – und sie müssen dem zustimmen.

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