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EA Access und Playstation Now : Jetzt kommen die Computerspiele-Abos

  • -Aktualisiert am

Auf der diesjährigen E3-Messe in Los Angeles stellt Electronic Arts eine Erweiterung seines Abo-Modells vor. Enge Zusammenarbeit mit Microsoft (Xbox) wird dabei erwartet. Bild: AFP

Gelegenheitsspieler und Profi-Zocker: Nun gibt es die standardisierten Abos – das schnelle Internet macht’s möglich.

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          Eine neue Ära bahnt sich in der Videospiel-Industrie an. Vom Musikstreaming ist es durch Anbieter wie Spotify oder Apple Music bereits bekannt: Gegen einen moderaten monatlichen Beitrag kann man auf eine nahezu unbegrenzte Menge an Musiktiteln zugreifen. Auch im Geschäft mit dem Streaming von Serien und Filmen sind Netflix, Amazon Prime und Co. mit ihren Abonnement-Modellen längst auf dem Markt angekommen.

          Nun könnten auch Computer- und Konsolenspiele-Verkäufer diese Flatrates einführen. So hat der Video-Spiele-Vertreiber Electronic Arts (EA) kürzlich verkündet, sein bereits bestehendes Abonnement-Modell „Origin Access“ auszubauen. Während das bestehende Abo-Modell nur solche Titel zur Verfügung stellt, die bereits einige Zeit auf dem Markt sind, etwa „Battlefield 4“ oder „Fifa 15“, setzt „Origin Access Premier“ nun auch auf brandaktuelle Spiele. Bereits einige Tage vor ihrer Veröffentlichung können diese schon angespielt werden. In den Vereinigten Staaten kostet dieser Service 15 Dollar im Monat, kann jedoch auf jährliche 100 Dollar reduziert werden; Preise für den europäischen Markt sind noch nicht veröffentlicht worden.

          Den Anfang dieses Trends machte EA bereits im Jahr 2014. „EA Access“ bot für monatlich vier Euro ausgewählte Spiele für die Konsole Xbox-One von Microsoft an. Microsofts Konkurrent Sony schlug selbiges Angebot von EA mit der Begründung aus, ein solches Modell brächte seinen Kunden „nicht den erwarteten Mehrwert.“

          Im vergangenen Jahr stieg Sony mit „Playstation Now“ dann doch ins Abonnement-Geschäft ein, allerdings mit einem Unterschied: Die Spiele werden nicht wie bei EA und Microsoft heruntergeladen, sondern laufen auf Servern, von denen der Spieler einen Stream zu sehen bekommt. So benötigt man weder gute Hardware noch Speicherplatz zum Spielen, dafür ist man jedoch gezwungen, stetig mit dem Internet verbunden zu sein.

          Für 17 Euro im Monat ist „Playstation Now“ das teuerste Abonnement in der Branche, bietet jedoch mit mehr als 400 Spielen gleichzeitig auch die größte Auswahl. Zudem gibt es Klassiker im Angebot, etwa „Red Dead Redemption“, die bisher nur für Konsolen verfügbar waren und nun durch den Stream auch auf dem Computer gespielt werden können.

          Hürden werden durch zunehmende Internetgeschwindigkeit geringer

          Weitere Anbieter ziehen nach, so etwa der Grafikkartenhersteller GeForce mit „GeForce Now“. Dieser fokussiert sich jedoch eher auf Spiele die, ebenfalls gestreamt, hochauflösend auf dem Fernseher angezeigt werden können.

          Lange Zeit wurde in der Branche ein Bogen um derlei Angebote gemacht. Etwa, weil es große preisliche Unterschiede zwischen einzelnen Spielen gibt – die Spanne beträgt drei Euro für Indie-Titel und bis zu 60 Euro für Produkte aus Spieleschmieden wie Crytek, Rockstar oder Bethesda.

          Zum anderen variiert aber auch das Nutzungsverhalten der Spieler enorm: Vom Gelegenheitsspieler bis zum professionellen Gamer müssen die Bedürfnisse der Kunden abgedeckt werden. Spieleerweiterungen, die vom Abonnement-Modell ausgenommen sind, erschweren eine faire Bepreisung zudem.

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