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Influencer in Dubai : „Keiner hat sich gefragt, ob ein Scheich seine Tochter einsperrt“

Influencer Simon Desue frühstückt in Dubai. Bild: Screenshot F.A.Z. / Simon Desue Instagram

Die Vorwürfe sind heftig: Lassen sich deutsche Influencer vom autoritär regierten Dubai kaufen? Bisher will sich keiner der Social-Media-Promis dazu äußern. Jetzt nimmt der Manager eines prominenten Influencers Stellung.

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          Die meisten Influencer ducken sich weg. Presseanfragen werden ignoriert oder es kommt die Antwort, dass sich leider niemand äußern möchte. Dabei sind die Vorwürfe heftig: Influencer aus Deutschland würden sich vom autoritär regierten Dubai kaufen lassen und dafür das Image des Emirats aufpolieren. Nach Wochen der Stille nehmen nun Vertreter aus der Branche gegenüber der F.A.Z. Stellung zu den Vorwürfen. Einer von ihnen ist der Manager von Simon Desue, einem Influencer mit 2 Millionen Followern auf Instagram und 4 Millionen Abonnenten auf Youtube.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          Daniel van Kampen ist am Telefon aufgebracht: „Wenn wir da anfangen, dann müssen wir alles hinterfragen, was wir tun, was wir trinken, was wir essen“, schimpft der Geschäftsführer der Hamburger Agentur High Lvl, die neben Desue auch einige andere Influencer vertritt. „Wir tragen alle Nike. Wir essen alle Fleisch, was billig hergestellt wird. Da müsste man den ganzen Tag Menschen an den Pranger stellen.“ Natürlich sei es wünschenswert, dass Konsumgewohnheiten in Frage gestellt würden. „In der besten Welt würden wir alles hinterfragen, was wir tun. Aber das tun wir nicht.“ Er findet: „Da wird mit zweierlei Maß gemessen.“

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