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Onlinehandel : Trump schießt gegen Amazon

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Die Zeiten des höflichen Miteinanders sind scheinbar vorbei: Präsident Trump und Amazon-Chef Jeff Bezos (rechts) bei einer Gesprächsrunde im Weißen Haus im Juni 2017 Bild: EPA

Der amerikanische Präsident hat schon ein paar Mal über den Onlinehändler Amazon geklagt. Was nun folgt, stellt allerdings alles in den Schatten. Die erste Reaktion hat es schon gegeben.

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          Der amerikanische Präsident Donald Trump stellt eines der erfolgreichsten Unternehmen der Vereinigten Staaten öffentlich an den Pranger, den Onlinehändler Amazon. „Ich habe meine Bedenken mit Amazon schon lange vor der Wahl bekanntgemacht“, teilt Trump nun über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Und klagt dann: „Sie bezahlen geringe oder keine Steuern an die Bundesstaaten und lokalen Regierungen, nutzen unser Postwesen als ihren Lieferjungen (verursachen enorme Verluste für die Vereinigten Staaten), und drängen Tausende Einzelhändler aus dem Geschäft.“

          Der frühere Immobilienunternehmer hat Amazon bereits mehrfach kritisiert. In solcher Deutlichkeit allerdings bislang nicht. Er teilte nicht mit, was daraus folgt. Dass er dem Unternehmen schaden kann, halten aber offenkundig zumindest die Anleger an den Finanzmärkten für gut möglich. Bereits am Mittwoch verloren die Amazon-Anteile in der Spitze mehr als 7 Prozent ihres Börsenwertes. Zuvor machte ein Bericht des Internet-Portals Axios die Runde, demzufolge Trump sich den Onlinehändler vorknöpfen möchte.

          Das Portal beruft sich auf fünf verschiedene Quellen, nach denen „Trump von Amazon besessen“ sei. Er habe demzufolge gefragt, ob mittels Wettbewerbs- und Kartellrecht gegen den Konzern vorgegangen werden könne.

          Vermögende Freunde des Präsidenten sollen sich ihm gegenüber beklagt haben, dass ihre Investitionen zum Beispiel in Einkaufszentren unter Amazon litten. Und schließlich sei dem Präsidenten weiterhin ein Dorn im Auge, dass Amazon-Gründer Jeff Bezos, der das Unternehmen nach wie vor führt, die Zeitung „Washington Post“ gekauft habe. Bezos nutze sie aus der Sicht Trumps als „politische Waffe“.

          Der nun von Trump herausgegebene neue Tweet gegen Amazon ist insofern überraschend, als das Weiße Haus am Mittwoch bereits auf den Axios-Artikel reagiert hatte. Die Regierung habe nicht vor, ihre Politik gegenüber dem Unternehmen zu ändern, teilte Trumps Sprecherin Sarah Sanders mit.

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