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Trump sagt : „Danke, Tim Apple“

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Tim Cook und Donald Trump scheinen viel Spaß zu haben bei dem Treffen des amerikanischen Arbeitsmarkt-Beratungsgremiums am 6. März 2019. Bild: Reuters

Donald Trump vergibt viele Spitznamen – manchmal auch unabsichtlich. Jetzt trifft es den Apple-Chef. Was steckt dahinter?

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          Manche Menschen prägen ihre Unternehmen so sehr, dass der Name des Unternehmens Teil ihres Namens wird. Hartmut Mehdorn hatte irgendwann den Vornamen „Bahnchef“, bei Rüdiger Grube hat es dazu nicht ganz gereicht, ob Richard Lutz das schafft, ist noch nicht abzusehen. Ackermann und die Deutsche Bank waren lange Zeit ähnlich symbiotisch, ebenso Bill Gates und Microsoft, Elon Musk und Tesla, Zuckerberg und Facebook.

          Das galt auch für den verstorbenen Steve Jobs und das von ihm mitgegründete Unternehmen Apple. Und inzwischen offenkundig auch für seinen Nachfolger Tim Cook, der seit August 2011 den Tech-Konzern leitet – zumindest wenn es nach Donald Trump geht. Denn als er sich in einer Sitzung seines Beratergremiums bei Tim Cook für neue Investitionen bedanken wollte, sagte er kurzerhand „Wir sind sehr dankbar, Tim Apple“. Etwas Ähnliches ist ihm schon im März 2018 passiert, als er die Vorstandsvorsitzende des Rüstungsherstellers Lockheed Martin, Marillyn Hewson, in einer Pressekonferenz „Marillyn Lockheed“ nannte.

          In beiden Fällen scheint es sich um Versprecher gehandelt zu haben. Doch möglicherweise gelingt dem amerikanischen Präsidenten damit etwas, was viele bewegt. Mitunter lösen Großkonzerne ein Gefühl der Beklemmung und Entfremdung aus. Die Unternehmen wirken oftmals wie anonyme Giganten, unfassbar in jedem Sinne.

          John D. Rockefeller oder Henry Ford wiederum waren dagegen, ähnlich wie Mehdorn oder Musk, untrennbar mit ihren Unternehmen verbunden – die Chefs machen die Unternehmen greifbar. Natürlich ist die Gründerzeit des modernen Amerikas lange vorbei, doch das Bedürfnis, den prägenden Konzernen ein menschliches Gesicht zu geben, ist geblieben.

          Es gibt freilich noch eine zweite Kategorie von Trump-Spitznamen – solche die für politische Gegner reserviert sind: Dann fühlt sich der Präsident von lügenden, energielosen, schlafenden, korrupten, kleinen, leichtgewichtigen, betrügenden, unehrlichen oder scheiternden Verrückten umgeben.

          Zu welcher der beiden Kategorien es gehörte, als er einem anderen Tech-Gründer einen neuen Spitznamen verpasste, ist unklar. Jedenfalls trug es nicht zur Symbiose von Mensch und Unternehmen bei, als er seinen Intimfeind Jeff Bezos, CEO von Amazon, nach einem Clown benannte: „Jeff Bozo“.

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