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Donald Trump gesperrt : Twitter hat richtig entschieden

  • -Aktualisiert am

Wie kommuniziert Donald Trump nun? Bild: dpa

Es scheint übertrieben, den Ausschluss Trumps zu einem Präzedenzfall hochzustilisieren. Er ist eine singuläre Figur - und die vergangenen Tage haben unterstrichen, dass seine Art der Nutzung von Online-Plattformen explosiv ist.

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          Donald Trump hat einmal geprahlt, Online-Plattformen wie Twitter würden ihn nie sperren. Lange hatte er recht damit. Beide Seiten kultivierten eine unheilige Allianz, die ihnen nützte: Die Unternehmen ließen Trump viele Provokationen durchgehen. Das garantierte Aufmerksamkeit von Nutzern, und die ist fundamental für das Geschäftsmodell.

          Trump hat selbst zurecht gesagt, ohne die Online-Dienste wäre er nicht Präsident. Er ist die Kreatur, die Twitter schuf.

          Nun aber vollzieht sich eine Scheidung auf Raten. Nach moderaten Sanktionen, in denen Trumps Einträge mit Warnhinweisen versehen wurden, folgt der Ausschluss. Facebook tut dies auf unbestimmte Zeit, Twitter permanent.

          Über die Macht muss gesprochen werden

          Trump droht jetzt auf die Rolle eines Griesgrams reduziert zu werden, der in einer Kneipe vor sich her schimpft und wenig Gehör findet. Er wird weiter ergebene Anhänger haben. Aber eine ähnliche Präsenz abseits der Massenplattformen aufzubauen, wird schwierig - zumal ohne das Amt, das ihm automatisch Gewicht gibt.

          An Trumps Rauswurf lässt sich einiges aussetzen. Twitters Begründung kann als konstruiert empfunden werden, weil die beanstandeten Tweets für Trumps Verhältnisse eher harmlos klingen.

          Den Sanktionen wohnt auch der Anschein von Opportunismus inne. Sie wurden mit den Ausschreitungen in Washington in Verbindung gebracht. Sie kamen aber auch just in dem Moment, in dem Trumps Machtverlust seine finale Bestätigung erhielt und zudem klar wurde, dass die Demokraten, von denen strengere Regulierung droht, fortan die Mehrheit im Kongress haben. Dass wenige Unternehmen aus dem Silicon Valley die Macht haben, den Online-Diskurs zu bestimmen, ist auch fraglos eine Debatte, die geführt werden muss.

          Dies ändert aber nichts daran, dass die Entscheidung richtig war. Twitter & Co. sind lange zurecht kritisiert worden, zu wenig gegen Hetze zu tun, weshalb sich nun, mit den Bildern aus Washington vor Augen, schwer argumentieren lässt, sie seien zu weit gegangen.

          Es scheint auch übertrieben, den Ausschluss zu einem Präzedenzfall hochzustilisieren. Trump ist eine singuläre Figur. Und die vergangenen Tage haben unterstrichen, dass seine Art der Nutzung von Online-Plattformen nicht nur krude, sondern explosiv ist. Es war höchste Zeit, die Reißleine zu ziehen.

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          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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