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Digitalkommentar : Vorsicht vor dem Dateneigentum

Die von Autos erhobenen Daten sind beispielsweise für autonomes Fahren wichtig. Bild: dpa

Dass niemand seine Daten transportiert, liegt nicht an fehlenden Alternativen zu Facebook und Instagram. Es liegt daran, dass niemand wechseln will. Die Idee eines Dateneigentums zielt an der Realität vorbei.

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          Seit einigen Jahren wabert die Idee eines „Dateneigentums“ durch die Rechtspolitik. Ein neues Recht an Maschinendaten ist dabei nur ein Ansatz, der die Verfügbarkeit von Daten betrifft. Andere betreffen das Zugangsrecht zu Daten oder Pflichten zur Teilung von Daten. Von der Regelung dieser Fragen hängt es ab, wie gut eine Volkswirtschaft für die digitale Transformation gerüstet ist. Daten erlauben nicht nur unmittelbare Vorhersagen, sondern sind sozusagen ein Trainingsparcour fürs Maschinenlernen, das in Politik und Wirtschaft meist unter dem diffusen Begriff „Künstliche Intelligenz“ behandelt wird.

          Einen weiteren Impuls erfährt die Debatte durch den Wettlauf der europäischen Wirtschaft mit den großen Datenkonzernen aus Amerika und China. Zugleich soll es um Größeres gehen, das Schlagwort lautet „Datensouveränität“. Dahinter verbirgt sich der diffuse, auch ein wenig kindliche Wunsch nach Autonomie und Herrschaft über die eigenen Daten, seien es Maschinendaten ohne Personenbezug oder die gesammelten „Personalakten“ bei den Digitalgiganten.

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