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Unternehmen nach Corona : Lieber kleine Schritte als der große Wurf bei Digitalisierung

Namenssponsor des Frankfurter Stadions ist die Deutsche Bank, diese bietet nun zusammen mit Mastercard eine Kreditkarte zum Bezahlen im Stadion an. Bild: dpa

Die Folgen der Covid-19-Pandemie spiegeln sich auch in dem digitalen Umbau von Unternehmen wider. In der Veranstaltungsreihe „#godigital“ ist in Frankfurt unter anderem die Zukunft von hybriden Geschäftsmodellen besprochen worden.

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          Dass die Covid-19-Pandemie und ihre Folgen die digitale Transformation in Unternehmen beschleunigt haben, würde wohl kaum jemand noch bestreiten. In den vergangenen Monaten hat sich nicht nur gezeigt, dass ganze Organisationen aus dem Homeoffice heraus funktionieren können, sondern auch, dass gerade Betriebe mit digitalen Geschäftsmodellen gut durch die Krise gekommen sind. Aus dieser Erfahrung heraus machen einerseits Studien Sorgen, wonach nur etwa jedes zweite mittelständische Unternehmen in Deutschland überhaupt über eine Digitalstrategie verfügt.

          Daniel Schleidt
          Stellvertretender Koordinator der Wirtschaftsredaktion in der Rhein-Main-Zeitung.

          Andererseits stellt sich die Frage, ob künftig einzig eine bedingungslose Digitalisierung über Wohl und Wehe von Unternehmen entscheidet. Diese Frage diskutierten auch die Teilnehmer der zweiten Ausgabe der Veranstaltungsreihe „#godigital“, die die Frankfurter Allgemeine Zeitung gemeinsam mit der Plattform für Innovation in Deutschland und dem Fraunhofer Institut für Internationales Management und Wissensökonomie ausrichtet.

          Analoges mit Digitalem verbinden

          Für Fraunhofer-Professor Heiko Gebauer ist klar, dass hybride Geschäftsmodelle die Volkswirtschaft aus der Krise führen werden, in der sich physische und digitale Ansätze miteinander vermischen. So könne ein Maschinenbauer, der einst nur seine Produkte zum Verkauf anbot, heute seine Maschinen verleihen, Services oder neue Software seien dann inklusive oder könnten dazu gebucht werden. Ein rein physisches Geschäftsmodell wird dadurch hybrid. Dabei gehe es weniger um die große Neuheit, so Gebauer. „Disruptive Ansätze sind wichtig, aber der große Hebel liegt darin, das Kerngeschäft ins digitale Zeitalter zu transformieren und zum Beispiel Produkte durch Service zu ergänzen.“

          Auch die Frankfurter Eintracht hat basierend auf ihrem analogen Kerngeschäft Fußball digitale Geschäftsmodelle aufgebaut, wie Timm Jäger, Geschäftsführer der Eintracht-Digitaltochter Eintracht Tech, berichtete. Natürlich gehe es bei der Eintracht weiterhin um Fußball; doch die große Bekanntheit nutzend, entwickelt die Eintracht derzeit selbst neue Verfahren und Dienstleistungen, zum Beispiel digitale Bezahlmodelle und ein intelligentes Parkraummanagement für die Anreise zum Stadion. Zudem soll die neue Eintracht-App zu einer Plattform werden, auf der künftig viele Unternehmen der Region ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten können, zum Beispiel Fahrscheine.

          Die Schaffung zentraler Plattformen streben viele Unternehmen an. Allerdings findet Heiko Gebauer, man solle sich nicht immer Riesen wie Amazon zum Vorbild nehmen. Denn die Suche nach dem großen Wurf verstelle in Betrieben oft den Blick auf das wesentliche: Geschäftsmodelle gezielt und in kleinen Schritten zu digitalisieren.

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