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Digitale Start-ups : Getsafe geht über den Kanal

Die Gründer des digitalen Sachversicherers Getsafe aus Heidelberg: Bild: F.A.Z.

Der Heidelberger Digitalversicherer expandiert nach Großbritannien. Dort gibt es noch keinen Anbieter, der für „Millenials“ alle Policen auf eine App bringt. Aber das Publikum ist Technik-affiner als hierzulande.

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          Das Versicherungs-Start-up Getsafe wird seine Policen künftig auch auf dem britischen Markt verkaufen. Dazu hat das Heidelberger Insurtech-Unternehmen eine Tochtergesellschaft in Großbritannien gegründet. Zunächst will es dort Hausratversicherungen anbieten und sein Produktportfolio dann allmählich ausbauen.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          „Es ist ein großer und komplexer Markt, aber die Kunden sind Technik-affin“, sagte Gründer Christian Wiens der F.A.Z. Mit seinem Unternehmen, das in Deutschland schnell 100 000 Kunden zwischen 20 und 35 Jahren gefunden hat, sieht er sich gut aufgestellt, um bei den jungen „Millenials“ zu punkten.

          „Unsere Nische ist dort noch nicht besetzt, wichtige Wettbewerber sind noch nicht da, und für uns ist eine Expansion mit Risikoträgern im Hintergrund relativ einfach“, sagte er. Getsafe setzt auf Kooperationen mit etablierten Erst- oder Rückversicherern, die Versicherungsrisiken auf ihre eigene Bilanz nehmen. Die Interaktion mit den Kunden liegt aber bei dem Insurtech.

          Drei Viertel seiner deutschen Kunden hatten zuvor keine Versicherungsverträge, weswegen viele offen für die Kommunikation mit Getsafe sind. Dadurch entstehen Daten, die der digitale Sachversicherer für die Optimierung seiner Produkte nutzen kann. Großbritannien ist der zweite Markt, auf dem er aktiv wird. „Hier kann man mehr als in anderen Ländern testen, denn es gibt viele große Fintechs, viel Kapital, und das Land ist sehr multikulturell“, sagte Wiens.

          Die Folgen des Brexits seien für Getsafe überschaubar, mit der Gründung einer britischen Limited stellt es den Marktzugang sicher. Für die Verwaltung und das Marketing wird es Unterstützung aus der Unternehmenszentrale in Heidelberg geben. „Technologiefirmen kennen keine Grenzen. Der Brexit ist für uns sogar positiv, weil wir so beweisen können, dass uns nichts aufhält“, sagte er.

          Anders als Wettbewerber werde Getsafe bemüht sein, die nationalen Besonderheiten in der Produktgestaltung zu berücksichtigen. „Wir haben dort einen lokalen Manager und einen Aktuar, die den Markt gut kennen“, sagte er. In Großbritannien sei die Zielgruppe schon sehr erfahren damit, viele Lebensbereiche auf dem Smartphone zu organisieren.

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