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Digitale Lösungen für Pflege : „Achtung, Ihre Mutter könnte gestürzt sein“

Trotz Digitalisierung: Das Wichtigste in der Pflege bleibt menschlicher Kontakt. Bild: dpa

In der Altenpflege können digitale Lösungen die Lebensqualität von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen verbessern – und das Pflegepersonal entlasten.

          3 Min.

          Die Lösung liegt manchmal ganz nah, vielleicht sogar unter der eigenen Matratze. Der kleine graue Schlauch erinnert an eine aufblasbare Isomatte, nur das man ihn kaum spürt, denn er ist nur 2,5 Zentimeter dick: Wie ein kleiner Spion soll er im Bett eines pflegebedürftigen Menschen schlummern, die Atem- und Herzfrequenz messen und im Zweifel Alarm schlagen – oder Entwarnung geben an das Pflegepersonal im Heim: Nach diesem Bewohner müssen Sie nicht sehen, der schläft. Achtung, Frau Meier verlässt gerade ihr Bett. Oder auch: Hier könnte eine Grippe im Anmarsch sein, bitte beobachten.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Entwickelt haben das System zwei Österreicher, einer von ihnen ist Johannes Hilbe, der früher selbst Krankenpfleger war, dann Gesundheitsinformatik studierte und schließlich das Start-up Cubile Health mitgründete. Auf der am Dienstag beginnenden Altenpflegemesse in Hannover will er sein Produkt vorstellen. Es soll nicht nur die Lebensqualität von Pflegebedürftigen verbessern und im Notfall für schnelle Hilfe sorgen, sondern auch das Personal entlasten. „Wir bieten eigentlich ein ganz triviales Mittel“, sagt Hilbe. „Aber es könnte dazu führen, dass die oft ohnehin völlig überlasteten Pflegekräfte wieder mehr Zeit für die Menschen haben.“ In Zeiten, in denen Deutschland händeringend Altenpfleger sucht und das vorhandene Personal beklagt, manchmal selbst für das Nötigste zu wenig Zeit zu haben, geschweige denn für ein bisschen Zuwendung, eine verlockende Vorstellung.

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