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Bei jedem fünften Unternehmen : Die Digitalbranche rechnet mit Kündigungen

Die Digitalbranche gehört nicht per se zu den Krisengewinnern. Bild: dpa

Viele deutsche Digitalunternehmen haben der Krise nichts entgegenzusetzen, weil sie klein sind. Nun holt Corona sie ein – auch Fachkräfte könnten bald auf der Straße sitzen.

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          Fast die gesamte Digitalbranche rechnet einer Umfrage des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) zufolge mit teils gravierenden Umsatzeinbußen durch die Corona-Krise. Im Durchschnitt breche den Unternehmen rund ein Drittel ihres Umsatzes weg, teilte der Verband am Mittwoch in Berlin mit. Das Ergebnis stammt aus einer Befragung von gut 200 Fachleuten aus seinen Mitgliedsunternehmen.

          Bastian Benrath
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im BVDW sind zahlreiche Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen, insbesondere aus der Werbebranche, organisiert. Gerade Werbeunternehmen leiden stark unter der Krise, weil sie oftmals kein neues Material produzieren und schon erstelltes nicht senden können, da dieses auf die Krise keinen Bezug nimmt. Lediglich die Werbung durch Influencer in Sozialen Medien erweist sich bislang als relativ immun gegen die Krise – diese brauchen nur ein Handy oder eine Webcam und können von zu Hause produzieren. 

          Auf den Wegfall des Geschäfts reagieren die Unternehmen mit Kurzarbeit – einige fürchten aber auch, Mitarbeiter entlassen zu müssen. Ein Drittel der Branche hat Kurzarbeit beantragt und die Arbeitszeit seiner Mitarbeiter im Durchschnitt um knapp die Hälfte reduziert. 21 Prozent der Unternehmen rechnen damit, Arbeitnehmern kündigen zu müssen.

          Diesen Umstand nannte BVDW-Präsident Matthias Wahl „verheerend“. „Die Fachkräftegewinnung gehörte bisher zu den größten Herausforderungen unserer Branche“, sagte er. Gemeinsam mit der Politik müssten die Unternehmen jetzt „alles dafür tun, den nachhaltigen Schaden so gering wie möglich zu halten“. Trotz der Probleme war aus der Branche jedoch kaum Kritik an den Maßnahmen der Regierung zu hören. Nur jedes sechste Unternehmen forderte weniger Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

          Zwei Drittel der Unternehmen bewerteten hingegen die auf den Weg gebrachten staatlichen Hilfen als „zielführend“. Als Nachbesserungen schlugen die Befragten am ehesten mehr steuerliche Entlastungen, höhere Soforthilfen und Verbesserungen an den Antragsverfahren für öffentliche Hilfen vor. Verbandspräsident Wahl forderte explizit bundesweite Hilfen für mittelständische Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern. Einige Bundesländer hätten für diese Gruppe Hilfen aufgelegt, andere nicht.

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