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Guter Draht nach Washington : Dieser Mann führt jetzt Libra

Hat wichtige Kontakte: Stuart Levey Bild: AFP

Das maßgeblich von Facebook voran getriebene Währungsprojekt Libra bekommt einen neuen Chef. Er hat wichtige Verbindungen gerade auch in die amerikanische Politik.

          2 Min.

          Das maßgeblich von Facebook betriebene Projekt einer globalen Digitalwährung namens Libra holt sich einen Chef mit guten Verbindungen in die Washingtoner Politik. Stuart Levey, bislang Chefjustiziar der Großbank HSBC und zuvor amerikanischer Finanzstaatssekretär, wird die Libra Association künftig als Vorstandschef lenken, teilte die in Genf ansässige Vereinigung mit.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Levey soll dem ins Stocken geratenen Libra-Projekt wieder Schwung geben, nachdem wichtige Partnerunternehmen wie Visa und Mastercard abgesprungen waren. Offenbar war ihnen das Projekt zu riskant geworden, da es scharfen Gegenwind aus der Politik, von Regulierungsbehörden und Zentralbanken gibt.

          Levey führt derzeit als Chief Legal Officer die Rechtsabteilung der britisch-asiatischen Großbank HSBC mit 900 Mitarbeitern. Besonders wertvoll für Libra dürften seine Verbindungen in die amerikanische Politik sein: Von 2004 bis 2011 war Levey Unterstaatssekretär im Washingtoner Finanzministerium, zuständig für den Bereich Terrorismus und Finanzgeheimdienst in der Zeit der Präsidenten George W. Bush und Barack Obama. Schwerpunkt seiner Arbeit waren Strategien gegen die Iran und Nordkorea vorgeworfenen illegalen Finanzaktivitäten sowie allgemein gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Letzteres dies sind nun Bedenken, die auch gegen das Projekt Libra erhoben werden.

          „Die Kraft der Technologie nutzen“

          Im vergangenen Sommer hatte die Ankündigung von Libra großes Aufsehen erregt. In Verbindung mit dem Facebook-Konzern, der mittlerweile beinahe 3 Milliarden Nutzer von Facebook, Instagram und Whatsapp zählt, könnte ein neues privates Weltgeld für Online-Zahlungen entstehen, hieß es. Angekündigt wurde Libra als Kryptowährung, die mit einem Korb von Währungen und anderen Sicherheiten hinterlegt wird.

          Kürzlich hat die Libra Association die Pläne indes teils geändert; es soll nun digitale Libra-Coins geben, die an einzelne Währungen wie Dollar oder Euro gekoppelt sein sollen. Von den anfänglichen drei Dutzend Partnern haben sich einige wieder verabschiedet, neben Visa und Mastercard auch Vodafone, Paypal sowie Ebay. Weiter dabei sind der Musikstreamingdienst Spotify und der Taxidienst Uber.

          Levey sagte, er wolle „die Kraft der Technologie nutzen, um die globale Zahlungslandschaft zu transformieren“. Die neue Technik könne es „Milliarden Menschen, die bislang am Rand des Finanzsystems stehen“, ermöglichen zu partizipieren, wobei es gleichzeitig „robuste Kontrollen“ geben werde, um illegale finanzielle Aktivitäten zu erkennen und abzuwehren.

          Im April hat die Libra Association bei der Schweizer Finanzaufsicht Finma einen Antrag auf Zulassung für ein Zahlungsmittel gestellt. Ursprünglich war die Libra-Einführung schon in diesem Juni geplant, nun soll es Ende 2020 losgehen.

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