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Einhörner im Anmarsch : Diese Start-ups muss man kennen

Wefox-Gründer Julian Teicke hat sein Versicherungs-Start-up schon auf eine Bewertung von mehr als einer Milliarde Dollar gebracht. Bild: obs

Die deutsche Start-up-Landschaft ist unüberschaubar geworden. Orientierung bietet eine neue Rangliste. Gerade für Deutschland hält sie interessante Überraschungen bereit.

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          Deutsche Jungunternehmen stehen im europäischen Vergleich gut da. Einer Rangliste des Investorennetzwerks Tech Tour zufolge hat Deutschland nach Großbritannien die meisten Start-ups, die bald eine Bewertung von einer Milliarde Dollar erreichen könnten. Damit würden sie in der Branchensprache als sogenannte Einhörner gelten – denn ein Jungunternehmen mit einer so hohen Bewertung sei so selten, wie ein Einhorn, hieß es einst.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das europaweite Netzwerk Tech Tour veröffentlicht an diesem Mittwoch seine Top-50-Liste der am schnellsten wachsenden und mit Wagniskapital finanzierten Technologieunternehmen in Europa, der F.A.Z. lag sie vorab vor.

          Auf ihr stehen 11 Jungunternehmen aus Deutschland, während Großbritannien mit 18 potentiellen Einhörnern die Spitzenposition einnimmt. Allerdings bewerten Investoren die deutschen Start-ups höher als die britischen: Tech Tour berechnete für die deutschen Vertreter auf der Liste eine durchschnittliche Bewertung von 336 Millionen Dollar, während die Schweiz auf Platz zwei auf 241 Millionen Dollar und Großbritannien auf 212 Millionen Dollar kam.

          Die meisten sind Fintechs

          In dieser Hinsicht sind die deutschen Start-ups also führend in Europa. Insgesamt flossen im vergangenen Jahr 540 Millionen Dollar in die 11 deutschen Unternehmen. Diese kommen aus unterschiedlichen Branchen: Der Markt für digitale Finanz- und Versicherungsdienstleister stellt mit Smava, Mambu und Wefox drei Vertreter, womit die Branche am stärksten vertreten ist.

          Wefox hat den Einhorn-Status schon erreicht. Die Versicherungsplattform aus Berlin sammelte im vergangenen Jahr mehr als 200 Millionen Dollar bei Investoren ein. Da eine zweite Finanzierungsrunde aber erst spät im Jahr stattfand, führt Tech Tour es noch auf seiner Liste.

          Auch aus dem Bildungsbereich stammen einige der erfolgreichen Start-ups. Der ebenfalls in Berlin beheimatete Dienst Blinkist etwa fasst Sachbücher in kürzere Texte zusammen, die zur eigenen Weiterbildung gelesen oder gehört werden können, ohne das ganze Buch lesen zu müssen.

          Das Jungunternehmen Babbel wiederum bietet eine Internetplattform zum Lernen von Fremdsprachen an. Bislang im Angebot sind 14 Sprachen, darunter auch so exotische wie Indonesisch und Norwegisch. Ebenso steht der bekannte, mit Künstlicher Intelligenz betriebene Übersetzungsdienst Deep-L auf der Liste. Fachleute halten die Übersetzungen des Kölner Unternehmens häufig für besser als die des Google-Übersetzers.

          „Europas florierender Technologiesektor hat ein weiteres Rekordjahr erlebt – in Bezug auf die Kapitalbeschaffung, die Schaffung von Arbeitsplätzen und neue Einhörner“, sagte William Stevens, organisatorischer Direktor von Tech Tour. Das Netzwerk verfolgt das Ziel, europäische Wachstumsunternehmen aus der Tech-Branche mit Investoren aus der ganzen Welt zusammenzubringen.

          Die Top-50-Liste stellte eine Jury aus Investoren zusammen. „Wir haben harte Kriterien wie öffentlich zugängliche Daten zu Bewertung, Umsatzwachstum und Finanzierung als objektive Basis für die Auswahl mit der profunden Marktkenntnis der Mitglieder des Auswahlkommitees kombiniert“, erklärt Falk Müller-Veerse, Vorsitzender des Kommitees und Partner der auf Wachstumsunternehmen spezialisierten Investmentbank Bryan, Garnier & Co. „Deutsche Unternehmen gehören klar zum Spitzenfeld und sind im europäischen Vergleich am höchsten bewertet.“

          Auf der jährlich erscheinenden Tech-Tour-Liste standen in der Vergangenheit schon das Münchner Softwareunternehmen Celonis oder die Plattform für Urlaubsaktivitäten Get Your Guide. Beide haben inzwischen den Einhorn-Status erreicht.

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