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Digitalisierung verschlafen : Die Dinosaurier-Banken sind zu spät dran

Kaum einer geht noch in Filialen - die Banken schaffen aber nicht, passende digitale Angebote zu liefern. Bild: Patricia Kühfuss

Nicht nur, dass die großen Tech-Konzerne in das Geschäft der Banken eindringen. Auch heimische Fintechs machen ihnen zu schaffen. Die Finanzinstitute stemmen sich nun verzweifelt dagegen – doch der Zug ist längst abgefahren.

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          Nun also Yomo: Das Banking-Portal der Sparkassen, das eigentlich mal als Konkurrenz zu den Neobanken wie N26 gedacht war, macht dicht. Es war ein langes Siechtum, welches nun sein Ende gefunden hat: Mit vielen Vorschusslorbeeren im Jahr 2016 gestartet, kam man nie wirklich vom Fleck und verlor sich in Kleinstaaterei, um dann halbherzig ein Programm auf dem Markt zu bringen, das zwar Smileys in den Überweisungsaufträgen beherrschte, aber keine Daueraufträge konnte. Folgerichtig beteiligten sich von den 400 regionalen Sparkassen nur ein gutes Dutzend. Jede konnte dabei eigene Konditionen festlegen, so dass das ganze Angebot zu keinem Zeitpunkt wie aus einem Guss wirkte. Anfang diesen Jahres begann dann der Exodus, zuletzt bot nur noch die Kreissparkasse Mayen Yomo an, die sich nun am Freitag zurückziehen, wie zuerst „Capital“ berichtete.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Yomo ist nur das aktuellste Beispiel einer ganzen Reihe von Nachrichten, die zuletzt illustrierten, dass es mit den Digitalisierungsprojekten deutscher Banken nicht weit her ist. Wie alte und neue Welt aufeinander krachen, zeigt vielleicht das Possenspiel zur Einführung von Apple Pay am besten. Damals tönten die Sparkassen noch selbstbewusst: An uns kommt keiner vorbei! Recht schnell stellte die roten Gruppe fest: Doch, das geht, und zwar ziemlich gut. So kooperierte man halt zum Beispiel mit der Deutschen Bank. Also wechselte man die Taktik: Nun forderte man, die so genannte NFC-Schnittstelle auf Apple-Smartphones freizugeben, um die eigene Bezahl-App auf Apple-Telefone zu bringen. Dazu schickte man die gesammelte Lobbymacht in die Berliner Hinterzimmer. In der Zwischenzeit startete Apple Pay und entwickelte sich hervorragend. Auch wenn keine offiziellen Daten zur Verfügung gestellt worden, so äußerten sich die beteiligten Banken sehr positiv. Die Lobbyisten arbeiteteten indes so fleißig, dass unter der Drucksache 19/15163 ein Gesetz beschlossen wurde und als „Lex Apple Pay“ benannt wurde. Kurz gesagt: Ein Unternehmen, dass Zahlungsdienstleistungen anbietet, ist auf Anfrage dazu verpflichtet, die technische Infrastruktur zur Verfügung zu stellen – Apple müsste also eine NFC-Schnittstelle anbieten. Doch in der Zwischenzeit leuchtete es den Sparkassen auch ein, dass die Kunden keine Sparkassen-App (mehr) wollen, sondern mit Apple bezahlen wollen. Nun wird man das „Lex Apple Pay“ nicht nutzen und kooperiert zähneknirschend doch mit Apple. In der Zwischenzeit sind Kunden zu Instituten gewechselt, die Apple Pay anbieten und den nun verlorenen Umsatz wird man so schnell nicht wiederholen.

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