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Zukunft der Finanzbranche : Die Deutsche Bank als Fintech-Marktplatz

Deutschlands größte private Bank möchte ein Marktplatz für Fintech sein. Bild: dpa

Deutschlands größte private Bank startet ein neues Portal, das Firmenkunden an Start-ups vermitteln soll. Dahinter steckt auch Künstliche Intelligenz.

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          Privatkunden der Deutschen Bank kennen das schon aus der Banking-App: Wenn sie etwas mehr als die Minizinsen am deutschen Markt auf ihre Einlagen erhalten wollen, leitet die Bank sie innerhalb der App weiter an ausgewählte ausländische Banken, die möglicherweise bessere Konditionen bieten. Möglich macht das eine Kooperation der Bank mit einem Zinsvergleichsportal. Über ähnliche Partnerschaften mit jungen Finanz-Start-ups, sogenannten Fintechs, will das Institut nun auch ihren Firmenkunden zusätzliche Dienstleistungen anbieten.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ende des Monats startet die Deutsche Bank ein neues Firmenkundenportal namens Blueport, an das sie zunächst drei Fintechs anbinden will. Smacc soll Unternehmen bei der Buchhaltung und den Finanzprozessen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz unterstützten. Noch in diesem Jahr will die Bank das Programm so in ihr Portal integrieren, dass Kunden darüber die Abwicklung ihrer Buchhaltungsprozesse von der Eingabe der Belege bis hin zur Zahlung über die Banksysteme erledigen können. Fastbill bietet kleineren Unternehmen und Selbständigen eine Plattform, auf der sie Belege und Finanzdaten zentral verwalten können. Twago ist ein Tochterunternehmen des Zeitarbeitanbieters Randstad, über dessen Plattform Freiberufler ihre Dienste anbieten können. So können Mittelständler zum Beispiel einen Webdesigner auf Zeit finden.

          „Zu der Kooperation mit Twago haben wir besonders viel positives Feedback bekommen“, berichtet Kirsten Oppenländer, Leiterin digitale Produkte im Firmenkundengeschäft, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus der Pilotphase. „Die wenigsten haben uns zugetraut, dass wir uns auch Gedanken darüber machen, was unsere Kunden jenseits des Bankings brauchen.“ In den Beratungsgesprächen mit den Kunden können sich aus diesen Zusatzdiensten so auch neue Anknüpfungspunkte ergeben. Für die Bank haben die Partnerschaften eine ganze Reihe von Vorteilen: Zum einen muss sie die Zusatzdienste nicht selbst entwickeln, zum anderen erhält sie Provisionen für jeden weitergeleiteten Kunden. Und, vielleicht der wichtigste Aspekt: Sie erhält einen ausgedehnten Überblick über die finanziellen Aktivitäten ihrer Kunden.

          In der App für Privatkunden hat die Bank wie viele andere Institute unter anderem einen Multi-Bank-Aggregator eingerichtet, so dass die Kunden über das Programm auch ihre Konten bei anderen Banken einsehen können. Mehr also 100.000 Kunden haben das laut der Bank schon genutzt und 325.000 Konten und andere Abfragen in die App reingezogen. Auf die hat nun auch die Deutsche Bank Einsicht – und neue Anknüpfungspunkte für Gespräche.

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