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Nächster Mobilfunkstandard 5G : Deutsche Regierung will Huawei nicht ausschließen

  • Aktualisiert am

Huawei verkauft mittlerweile mehr Handys als Apple. Bild: Reuters

Amerika macht Druck, Sicherheitsbehörden warnen – nun hat Berlin offenbar entschieden: Chinas Technikkonzern Huawei darf Aufträge für das deutsche 5G-Netz bekommen – aber unter einer Bedingung.

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          Die Bundesregierung möchte den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei offenbar nicht davon ausschließen, den nächsten Mobilfunkstandard (5G) in Deutschland aufzubauen. Allerdings verschärfe sie den Sicherheitskatalog, den beteiligte Unternehmen erfüllen müssten, berichtet das „Handelsblatt“ und beruft sich auf Regierungskreise.

          Hintergrund sind Bedenken mancher Sicherheitsbehörden. Besonders die amerikanische Regierung äußert öffentlich die Sorge, Huawei und die Führung in Peking seien so eng miteinander verbunden, dass von dem Unternehmen verbaute Technik zu Spionagezwecken verwendet werden könne. Deshalb verlangt sie nicht nur von Deutschland, das Unternehmen von der Einrichtung des nächsten Mobilfunkstandards auszuschließen. Der chinesische Netzwerkausrüster hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen.

          Chinas Gegenmaßnahmen?

          Die Bundesregierung wiederum hatte schon bestätigt, dass sie die Sicherheitsanforderungen verschärfen wolle und verschiedene Ministerien darüber Diskussionen führten. Ein Ausschluss von Unternehmen aus bestimmten Staaten sei aber nicht vorgesehen.

          Der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie Dieter Kempf warnte in dieser Woche davor, chinesische Unternehmen von Ausschreibungen für das neue 5G-Mobilfunknetz auszuschließen. „Davon halte ich nichts“, sagte er und mahnte: „China könnte im Gegenzug versucht sein, deutsche Firmen an anderer Stelle zu treffen.“

          Dies würde zudem die Auswahl unter den Wettbewerbern für die Netzbetreiber erheblich einschränken. „Das könnte Auswirkungen auf den Preis haben“, äußerte Kempf und unterstützte damit die Argumentation der Netzbetreiber. „Viel wichtiger sind aber die politischen Folgen.“

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