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Initiative von BMW, SAP & Co. : Deutsche Konzerne bauen eine Autodaten-Plattform

Digitales Armaturenbrett eines VW Passat Bild: dpa

Um die Produktion von Autos schneller und günstiger zu machen, wollen Unternehmen und Verbände künftig riesige Mengen an Daten austauschen. Wirtschaftsminister Altmaier sagt auf dem Digitalgipfel, worauf das gründet.

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          Große deutsche Konzerne wie BMW, Bosch, SAP und die Deutsche Telekom wollen künftig riesige Mengen an Daten austauschen, um die Produktion von Autos schneller und günstiger zu machen. Das hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Dienstag auf dem Digitalgipfel angekündigt.

          Corinna Budras

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Diese Initiative ist zugleich der erste Fall, in dem die neue europäische Cloud-Initiative „Gaia X“ zur Anwendung kommen soll. Dabei handelt es sich um ein EU-weites Projekt, das hohe Standards zu Datenschutz sowie der Verwendung und dem Austausch von Daten setzt. Inzwischen haben sich schon mehr als 170 Unternehmen und Verbände angeschlossen. „Das ist ein wichtiger ‚Use case‘ der die Umsetzung von Gaia X entscheidend voranbringen wird“, betonte Altmaier.

          Die Notwendigkeit eines solchen Schrittes habe sich auch in der Corona-Krise gezeigt, sagte der SAP-Vorstandssprecher Christian Klein auf dem ersten volldigitalen Digitalgipfel. Nach dem Produktionsstopp etlicher Zulieferer in Italien standen auch die Fließbänder in Deutschland still. Lange Zeit herrschte Unsicherheit, welche Teile geliefert werden können und wann.

          „Lieferketten brauchen Transparenz“, sagte Klein. „Dadurch werden sie widerstandsfähiger und die Lagerhaltungskosten können gesenkt werden.“ SAP nehme dabei die Rolle eines „offenen digitalen Postamtes“ ein, da schon viele Daten über SAP-Anwendungen liefen, so Klein.

          Die Politik habe keinerlei Vorgaben gemacht

          Ziel sei es, Daten zu vereinheitlichen und zu teilen, so dass alle Beteiligten einer Lieferkette über die Cloud-Server darauf zugreifen können. Diese Allianz ist deshalb nicht auf einen kleinen Kreis von Unternehmen beschränkt. Man hoffe, dass bald auch einige Unternehmen aus dem Mittelstand dazu stoßen werden, betonte Klein. Nach Ansicht von Wirtschaftsminister Altmaier soll es dabei nicht bleiben: „Auch internationale Konzerne sind willkommen und erwünscht.“ Es seien für alle genügend Wachstumspotential vorhanden, da der Bedarf an funktionierende Cloud-Lösungen stetig wachse.

          Auch Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender BMW, sprach von einem „großen Tag“. In jedem Auto würde eine enorme Menge an Daten produziert, die dazu genutzt werden können, den Verkehr sicherer zu machen. Er warb sogar für eine globale Zusammenarbeit bei Gaia X. „Mit einer globalen Beteiligung setzen wir Industriestandards.“

          Altmaier betonte die Idee sei aus der Wirtschaft, die Politik habe keinerlei Vorgaben gemacht. Aber die Politik werde finanzielle Hilfe und Unterstützung leisten, damit solche Projekte schnell umgesetzt werden könnten.

          Ein Beispiel, was aus der neuen Zusammenarbeit folgt, könnte dieses sein: Wenn ein 5er-BMW mit der Lenkung ein Problem hat, müssen nicht mehr alle 5er zurückgerufen werden, sondern nur die mit der entsprechenden Produktionscharge.

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