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Nur AfD-Wähler dagegen : Deutsche befürworten Werbeboykott gegen Facebook

Gefällt mir: Das sagen die meisten Deutschen über die Kampagne „#StopHateforProfit“. Bild: EPA

Viele große Konzerne boykottieren Facebook zurzeit und schalten keine Anzeigen. Vier von fünf Deutschen finden das richtig, nur AfD-Wähler sehen das anders. Keine Einigkeit gibt es darüber, welche Maßnahmen Facebook nun ergreifen soll.

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          Der Werbeboykott gegen Facebook findet breite Zustimmung in der Bevölkerung. Vier von fünf Deutschen halten die Entscheidung vieler Unternehmen, dort keine Werbung mehr zu schalten, für richtig oder eher richtig. Etwa jeder achte sieht das dagegen als falsch oder eher falsch an. 7 Prozent sind unentschieden. Das geht es aus einer repräsentativen Umfrage der Meinungsforscher von Civey hervor, für die insgesamt 5000 Menschen befragt wurden und über die das Fachmagazin Werben und Verkaufen als erstes berichtete.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der statistische Fehler wird mit 2,5 Prozent angegeben, dieser Wert gibt an, wie stark die Umfrageergebnisse von den tatsächlichen Werten abweichen können. Die Umfrage wurde vom 1. bis zum 3. Juli durchgeführt.

          AfD-Wähler gegen Boykott

          Besonders große Zustimmung erhält der Boykott unter Menschen, die angeben, Grüne oder SPD zu wählen. 19 von 20 Wählern dieser Parteien befürworten den Boykott. 87 Prozent der Unterstützer der Union und der Linken halten ihn für gut und 7 von 10 FDP-Wählern. Nur unter Menschen, die angeben, die AfD zu wählen, ist die Mehrheit gegen den Boykott. Jeder fünfte AfD-Wähler hält die Werbepause demnach für richtig, aber 6 von 10 sind dagegen. Der statistische Fehler wird für diesen Teil der Umfrage mit 7,4 Prozent angegeben.

          Uneins sind die Deutschen allerdings in der Frage, welche Maßnahmen Facebook ergreifen sollte, um die Verbreitung von Hasskommentaren einzudämmen. Das zeigt ein weiterer Teil der Umfrage, der der F.A.Z. exklusiv vorliegt. Die drastischste Maßnahme, die Absender von Hasskommentaren zu sperren, erhält mit 37 Prozent am meisten Zustimmung, unter den AfD-Wählern liegt dieser Anteil nur bei 8 Prozent. Ein Viertel der Befragten ist dafür, die Hasskommentare zu löschen. Diese dagegen mit Warnhinweisen zu versehen, halten nur etwa acht Prozent für eine gute Lösung. 13 Prozent der Befragten befürworten alle oder mehrere der Maßnahmen.

          Die Zustimmung zu dem Boykott nach Altersgruppen scheint zudem die Nutzung der Plattformen des Konzerns Facebook und Instagram widerzuspiegeln. Unter jungen Menschen von 18 bis 39 Jahren sind nur knapp drei Viertel für den Boykott. Bei älteren Menschen stößt er dagegen auf größere Zustimmung. 87 Prozent der Menschen über 65 Jahren finden den Boykott gut. Der statistische Fehler beträgt für diese Frage 6,5 Prozent.

          Der Werbeboykott gegen Facebook geht auf eine Initiative amerikanischer Bürgerrechtsorganisationen zurück. Diese hatten Mitte Juni unter dem Motto „#StopHateforProfit“ zu der Werbepause aufgerufen, der sich zunächst nur kleinere Unternehmen angeschlossen hatten. Ende Juni gaben jedoch immer mehr Unternehmen, darunter viele der größten Werbekunden von Facebook, bekannt, vorerst nicht mehr auf den Plattformen des Konzerns zu werben. Einige kündigten zudem an, auch ihre Anzeigen in anderen sozialen Medien pausieren zu wollen.

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