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Anti-Corona-App : Sparsam erfasst

Die App verbindet den technologischen Fortschritt mit dem Anspruch an Datenschutz und Bürgerrechte, für den Europa steht. Bild: obs

Die geplante deutsche Virus-Tracking-App kombiniert klug Bevölkerungsschutz mit Datenschutz. Auch so etwas ist in Europa möglich. Nun muss sie nur noch bei den Bürgern bestehen.

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          Es gibt Momente, da zeigen auch die Europäer, dass sie in der digitalen Welt nicht hinter dem Mond leben.

          Die hierzulande geplante Tracking-App zur Kontrolle der Corona-Pandemie ist ein gutes Beispiel. Denn sie verbindet den technologischen Fortschritt mit dem Anspruch an Datenschutz und Bürgerrechte, für den der Kontinent steht. Es handelt sich eben nicht um eine Späh-App nach chinesischem Vorbild, die den Staat zum Überwacher seines Volkes macht.

          Stattdessen basiert sie auf der sparsamen Erfassung dezentral gespeicherter Daten und generiert daraus den gleichen Nutzen. Zugleich wurde das Projekt in phänomenal kurzer Zeit umgesetzt. Vorausgesetzt, es funktioniert mit der Einführung alles wie geplant, muss man den Hut ziehen.

          Entscheidend ist nun allerdings, dass auch mindestens zwei Drittel der Bevölkerung dies anerkennen und sich die App als mündige Bürger freiwillig herunterladen. In der Vergangenheit herrschte in Deutschland häufig eine kategorische Angst vor und Ablehnung von jeder Art der Datenerfassung. Angesichts zahlreicher Datenskandale von Facebook und Co. kann man diesen Reflex nachvollziehen. Sinnvoll ist er trotzdem nicht. Sollte er nun trotzdem wieder zum Tragen kommen, wäre das fatal.

          Bastian Benrath
          Redakteur in der Wirtschaft.

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